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Biblische Geschichte ist Thema des Kindermusicals – noch Karten für Sonntag

Daniel kämpft mit wilden Löwen

Herford (WB). Die Nähmaschinen rattern. Der Akkuschrauber läuft heiß. Die Tänzerinnen schwitzen. Die Sänger ölen ihre Stimmen. In der Gesamtschule Friedenstal ist der Bär los! Oder sind es eher die Löwen? Denn das neue Kindermusical der evangelischen Jugend mit 240 Akteuren heißt: »Daniel in der Löwengrube«. Am Wochenende ist Uraufführung im Stadttheater.

Bärbel Hillebrenner

Alle Kostüme werden selbst genäht, dafür arbeiten fleißig an der Nähmaschine Paula, Emilia, Nikita, David, Elias, Felix, Maja, Jasmin, Pauline und Darja. Foto: Hillebrenner

Ben hält den Akkuschrauber wie ein Profi, er ist voll konzentriert. Schließlich muss der Fensterladen in den Rahmen passen. Mika und Paul helfen ihm, Lasse und Chantal halten den Sperrholzrahmen. »Das Quartett ist nach drei Tagen ein eingespieltes Team«, sagt ihr Betreuer Titus.

Zum 24. Mal »Hits  & Kids«

Im anderen Raum ist gerade ein Notfall: Eine der Nähmaschinen ist kaputt, da muss erstmal repariert werden. »Wir nähen die Kostüme und schließlich muss alles pünktlich fertig werden«, sagt Paula. Eigentlich sind Ferien – aber in der Gesamtschule ist »Leben in der Bude«. Seit Anfang der Woche läuft zum 24. Mal das Projekt »Hits  & Kids« der evangelischen Jugend Herford.

»80 ehrenamtliche Helfer proben mit 160 Kindern zwischen sieben und 14 Jahren«, erklärt Diakon Jürgen Elmers. Er ist ein »alter Hase«, kennt sämtliche Tücken, kann improvisieren, wenn was schiefläuft, motiviert das Team. »Hier muss nicht alles perfekt laufen. Uns ist wichtig, dass die Kinder, aber auch die Ehrenamtlichen Spaß haben.«

Spaß statt Perfektion

Und das haben sie: Manche sind zum wiederholten Mal dabei. So wie Esther Rudolph. »Ich habe schon als Jugendliche mitgesungen, heute leite ich den Chor, seit elf Jahren.« Dafür nimmt sich die Kinderkrankenschwester am Klinikum extra Urlaub – wie viele andere auch. »Wir brauchen ja Ehrenamtliche, die bei den Kulissen oder Kostümen helfen, die die Tänze mit einstudieren, sogar jemanden, der die Brötchen für die Verpflegung schmiert«, sagt Jürgen Elmers.

Freitag steht die größte Herausforderung bevor: Denn während in diesen Tagen jeder in seiner Gruppe arbeitet oder trainiert, stehen dann erstmals alle Akteure gemeinsam auf der Bühne. Dann zeigt sich, ob jeder aufgepasst und den Text gelernt hat, ob die Gewänder sitzen, die Requisiten okay sind.

45 Sologesänge

Die Rollen zu besetzen, sagt Elmers, sei nie ein Problem. Im Gegenteil: »Viele Kinder wollen Hauptrollen spielen oder ein Solo singen. Davon gibt es in diesem Musical 45 und 15 Kinder machen das zum ersten Mal. Sie sind wirklich mutig.« Denn immerhin sitzen 700 Zuhörer im Stadtteater, das am Samstag schon ausverkauft ist; nur am Sonntag zur Vorstellung um 11.30 Uhr gibt’s noch Karten an der Tageskasse.

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