1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Herford
  6. >
  7. Das ändert sich ab Samstag

  8. >

Maskenpflicht in der Herforder Innenstadt – verstärkte Kontrollen angekündigt

Das ändert sich ab Samstag

Herford (WB). Samstagabend, 23 Uhr: Da geht für viele Kneipen- oder Partygänger der Abend erst los. Damit ist es im Kreis Herford nun vorbei. Denn im Zuge der neuen Allgemeinverfügung – Herford ist jetzt Corona-Risikogebiet – gilt ab Samstag 0 Uhr unter anderem eine Sperrstunde für die Gastronomie von 23 bis 6 Uhr.

Lars Krückemeyer und Moritz Winde

Das Ordnungsamt soll in der Herforder Innenstadt verstärkt kontrollieren. Innerhalb des Walls gilt ab Samstag eine Maskenpflicht. Foto: Moritz Winde

In dieser Zeit ist außerdem der Verkauf von Alkohol verboten – auch in Tankstellen, die gerade an Wochenenden ein beliebter Anlaufpunkt sind, um sich mit alkoholischen Getränken einzudecken.

Der Krisenstab weist außerdem darauf hin, dass sich ab Samstag – außerhalb von Familien oder Personen zweier Haushalte – nur noch maximal fünf Personen in der Öffentlichkeit zusammen aufhalten dürfen. Krisenstabsleiter Markus Altenhöner kündigt verstärkte Kontrollen an: „Die Ordnungsämter werden einschreiten.“

Die Verordnung hat auch Auswirkungen auf „herausragende Feiern“ wie Taufen, Geburtstage oder Hochzeiten. Außerhalb des privaten Raums wird die Teilnehmerzahl auf zehn begrenzt. „Es sind im Ordnungsamt für das nächste Wochenende zehn Feiern angemeldet. Wir werden überprüfen, ob die Regeln eingehalten werden“, sagt Herfords Beigeordneter Dr. Peter Böhm.

Abstimmung mit Nachbarstädten

Auch die Maskenpflicht wird verschärft: Die Mund-Nasen-Bedeckung muss innerhalb des Innenstadt-Walls , mit Ausnahme des Walls selbst, getragen werden. Ab Montag gilt zudem eine Maskenpflicht in den Schulen ab der Sekundarstufe 1. An Grundschulen müssen Nase und Mund ebenfalls bedeckt werden, aber nicht am Platz. An 18 Schulen im Kreis Herford gibt es 23 bestätigte Corona-Fälle.

Landrat Jürgen Müller erklärt, dass die Maßnahmen aufgrund der räumlichen Nähe in Absprache mit der Stadt Bielefeld getroffen worden sind und auch weiterhin werden. „Es macht keinen Sinn, dass in der Nachbarstadt andere Dinge gelten. Das wäre den Menschen schwer vermittelbar.“ Der Krisenstab tauscht sich eng mit den Bürgermeistern der neun Kommunen sowie mit den umliegenden Kreisen und der kreisfreien Stadt Bielefeld aus.

Ob die Weihnachtsmärkte in der Region, sofern sie denn veranstaltet werden sollen, durchgeführt werden können, ist noch unklar. Jürgen Müller: „Wir warten das Infektionsgeschehen ab. Ich erwarte dazu Maßnahmen vom Land.“ Auch die Stadt Herford will sich diesbezüglich noch nicht positionieren. Allerdings ist auch klar: Sollten die Corona-Zahlen weiter steigen – und davon gehen alle Experten aus – ist die Durchführung eines Weihnachtslichts kaum vorstellbar.

Ein dringlicher Appell von Marie-Luise Kluger, Leiterin des Gesundheitsamtes: „Erkältete sollen zum Arzt gehen und sich nicht unbedingt zur Arbeit schleppen.“

Sport darf weitermachen

Mit dem Lockdown im März kam auch der komplette Wettkampfsport im Kreis Herford zum Erliegen. Eine Saisonunterbrechung droht den Sportlern aber (noch) nicht. „Wir haben mit den Bürgermeistern auch diskutiert, ob wir den Amateursport stoppen sollen. In diesem Bereich ist aber kein Infektions-Schwerpunkt zu erkennen. Ebenso wie zum Beispiel im öffentlichen Nahverkehr“, erklärt Landrat Jürgen Müller.

In den Fußball-Kreisligen sind bisher wenige Spiele abgesetzt worden, weil Mannschaften in Quarantäne sind.

Digitale Datenpanne

Eine Panne beim Landeszentrum für Gesundheit NRW bei der Übermittlung ans Robert-Koch-Institut hatte am Donnerstag für einen von 41,9 auf 37,5 gesunkenen Inzidenzwert gesorgt. Die Datenbank des LZG weist deshalb immer noch einen Wert von unter 50 auf.

Eine Allgemeinverfügung bezüglich der zweiten Gefahrenstufe der Schutzverordnung kann vom Kreis aus juristischen Gründen erst erlassen werden, wenn das LZG eine Sieben-Tage-Inzidenz von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner bestätigt. Daher wird die Verfügung frühestens Samstag ab 0 Uhr gelten.

Bürgertelefon erweitert

Seit der Einrichtung des Bürgertelefons rund um das Thema Corona haben etwa 15.000 Anrufer unter der Nummer 05221/131500 um Rat gebeten. Aufgrund der steigenden Infektionszahlen und der wieder größer gewordenen Nachfrage, erweitert der Kreis Herford die Erreichbarkeit der Hotline.

Sie ist ab dem kommenden Wochenende auch samstags von 9 bis 14 Uhr und sonntags von 10 bis 14 Uhr besetzt. In der Woche ist das Bürgertelefon des Gesundheitsamts Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr sowie Freitag von 8 bis 14 Uhr erreichbar.

Zwei Altersklassen besonders betroffen

Am meisten betroffen sind laut der Statistik der aktuell 163 bestätigten Corona-Infektionen im Kreis Herford die Altersklassen der 15- bis 34-Jährigen (32 Prozent) sowie der 35- bis 59-Jährigen (40 Prozent). Dahinter folgen die 60- bis 79-jährigen Bürger (16 Prozent).

Nur fünf Fälle gibt es bei den Menschen im Alter ab 80 Jahren. Drei Kinder im Alter bis zu vier Jahren sind mit Covid 19 infiziert, bei den Fünf- bis 14-Jährigen sind es 13. Die aktuell 163 Fälle verteilen sich nahezu gleich auf Männer (82) und Frauen (81). Alle Angaben jeweils Stand 21. Oktober, 16 Uhr.

Startseite