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Einführung zum 1. August 2020 im Stadtgebiet – Tagespreis von unter einem Euro im Abo

Das Klimaticket ist beschlossen

Herford (WB). Der Rat hat den Weg für das Klimaticket freigemacht: Einstimmig und ohne weitere Diskussion befürwortete das Gremium am Freitagabend die Einführung zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Als Starttermin für den zunächst auf drei Jahre angelegten Probelauf wird der 1. August nächsten Jahres angestrebt. Die Stadt Herford stellt sich auf Mehrkosten in einer Größenordnung von 500.000 Euro ein.

Peter Schelberg

Für weniger als einen Euro sollen Nutzer des Klimaticket-Abos ab August 2020 ganztätig beliebig oft im Stadtgebiet Busfahren können. Geplant ist ein dreijähriger Probelauf. Foto: Moritz Winde

Monatsticket für 36 Euro, im „Klima-Abo“ für 29 Euro

Mit dem Klimaticket können Nutzer ganztägig beliebig viele Busfahrten im Tarifgebiet Herford des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs unternehmen. Verkauft werden soll der Fahrschein wahlweise als Monatsticket für 36 Euro oder im „Klima-Abo“ mit einer Mindestlaufzeit von einem Jahr für 29 Euro monatlich. Kunden, die das Klima-Abo ordern, könnten damit umgerechnet für weniger als einen Euro einen ganzen Tag lang das Busangebot nutzen, wie Bürgermeister Tim Kähler in der Ratssitzung betonte.

Die Geltungsdauer des Monatstickets reicht vom ersten Tag eines Kalendermonats bis einschließlich des ersten Werktags des Folgemonats. Die Abo- und Monatstickets sollen übertragbar sein, also auch von anderen Personen – beispielsweise Familienmitgliedern – genutzt werden können.

Abends und am Wochenende sind Mitfahrer erlaubt

Ein weiterer Vorteil: montags bis freitags ab 19 Uhr sowie samstags, sonntags und an Feiertagen auch ganztägig dürfen die Klimaticket-Inhaber bis zu vier Personen mitnehmen, davon darf allerdings nur eine Person älter als 15 Jahre sein. Anstelle von Personen können auch Fahrräder mitgenommen werden.

Für Fahrten über die Stadtgrenzen hinaus kann das Klimaticket mit Anschlusstickets kombiniert werden. Mit der Einführung des neuen Angebots sollen das City-Life-Ticket und das City-Life-Abo für Herford abgeschafft werden, da diese mit dem Klimaticket/-Abo grundsätzlich identisch sind, allerdings erst ab 9 Uhr gelten.

Probelauf für drei Jahre

Für das Projekt ist zunächst eine Laufzeit von drei Jahren vorgesehen. Zur Finanzierung des Klimaticket-Programms stellt die Stadt Herford über den Wirtschaftsplan der Stadtverkehrsgesellschaft Herford (SVH) ein Budget von insgesamt 500.000 Euro zur Verfügung. Die Stadt würde dem Kreis Herford als Aufgabenträger bzw. der Minden-Herforder Verkehrsgesellschaft (MHV) als operativen Partner die Differenzkosten erstatten. Diese werden mit etwa 150.000 Euro pro Jahr prognostiziert.

Während der Laufzeit ist ein regelmäßiges Controlling vorgesehen: Nicht verbrauchte Mittel sollen am Ende des dreijährigen Probelaufs wieder an die Stadt Herford zurückfließen. Um die finanziellen Risiken nicht weiter zu erhöhen, müsste sich die Stadt auch dazu verpflichten, für die Laufzeit des Klimatickets die bisherigen Schülertickets nicht in Klimatickets umzuwandeln.

Weitere Gremien müssen noch zustimmen

Nach der Ratsentscheidung müssen weitere Gremien ihre Zustimmung geben: Anfang 2020 wird sich die MHV mit dem Vertragswerk befassen, im Februar der Kreistag und im Frühjahr die Verkehrsgemeinschaft OWL. Prüfen soll die Verwaltung auf Antrag der Fraktion Bürger für Herford auch noch die kurzfristige Einführung eines vergünstigten Seniorentickets („Ein-Euro-Ticket“) für Mitbürger ab 60 Jahren sowie eines kostenlosen Bustickets für alle Herforder Schüler.

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