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Digitale Aneignung des Stadtraumes nach dem Prinzip „Pokémon Go“: Verbundprojekt mit anderen Museen

Das Marta weitet sich aus

Herford (WB)

Menschen schauen unentwegt auf ihr Handy, gehen suchend und doch zielgerichtet durch die Stadt: Unvergessen sind die Bilder des Sommers 2016, als das Spiel Pokémon Go für Furore sorgte. An das Prinzip der Pokémon-Jagd erinnert ein digitales Projekt, an dem das Herforder Museum Marta beteiligt ist.

Hartmut Horstmann

Foto:

„Offene Welten“ heißt das Verbundprojekt, in dem die Grenzen zwischen Museum, Stadtraum und virtueller Welt fließend werden. Am Ende des Prozesses soll eine mobile App stehen – laut Ankündigung geht es darum, „mittels eines digitalen Parcours künstlerische Inszenierungen in den Stadtraum zu bringen“. Dies passt zur Haltung des Marta-Direktors Roland Nachtigäller, wonach das Museum der Zukunft immer weniger ein fester Ort sein werde: „Es ist ein offener Raum der Begegnung und Auseinandersetzung, im Gebäude, auf der Straße, digital.“

Von musealer Seite sind neben dem Marta die Kestner-Gesellschaft Hannover, das Museum für Gegenwartskunst Siegen und „Imgagine the City“ aus Hamburg dabei. Dass dem auf drei Jahre angelegten Projekt eine überregionale Bedeutung zukommt, wird schon aus dem Fördervolumen deutlich. Die Kulturstiftung des Bundes unterstützt es mit 960.000 Euro.

Und da ein junges Entwicklerteam gefunden wurde, welches die Digitalisierung begleitet, kann es losgehen. Seit zehn Jahren erarbeite das ausgewählte Team aus Berlin digitale Ideen für die Kunstszene, heißt es. Dabei verweisen die Beteiligten auch auf die aktuelle Corona-Situation. Das Ziel, Kunst digital sichtbar und erlebbar zu machen, sei wichtiger denn je.

Für Roland Nachtigäller bedeuten die „offenen Welten“ eine „digitale Aneignung des öffentlichen Raumes“. Dazu könnten Führungen zu Kunstwerken zählen oder künstlerische Auseinandersetzungen mit dem Stadtraum.

Doch die App der Zukunft, an der das Marta beteiligt ist, soll mehr bieten als herkömmliche Stadtführungen in digitaler Form. Der Museumsleiter denkt an virtuelle Ausstellungen, an eine Vernetzung der Partner, an einen digitalen Austausch und eine damit verbundene Erweiterung des eigenen Horizontes. Er geht davon aus, dass im nächsten Jahr erste Module des Konzeptes Anwendung finden. Die Richtung ist klar: Der Zugang zur Kunst soll stärker spielerisch erfolgen.

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