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Herforder Verein kann wegen Corona 200. Kneipp-Geburtstag bislang nicht feiern, lädt aber zu Mitmachaktion ein

Das schwierige Jubiläumsjahr

Herford (WB)

Was Sebastian Kneipp wohl zur Corona-Pandemie gesagt hätte? Peter Grotjohann ist Vorsitzender des Herforder Kneipp-Vereins und hat eine klare Meinung: „Wir sind ein Gesundheitsverein und gerade deshalb können wir kein Risiko eingehen.“ In der Folge liegt das Vereinsleben seit fast einem Jahr brach.

Bernd Bexte

„Waldbaden“, die Natur mit allen Sinnen erleben, ist ein Angebot, das der Kneipp-Verein im Jubiläumsjahr noch anbieten möchte – wenn die Lage es zulässt. Foto: Silas Stein/dpa

Dabei jährt sich im Mai der Geburtstag des namensgebenden Wasserdoktors und Kräuterpfarrers aus Bayern zum 200. Mal. Dieses Jubiläum hätte der heimische Kneipp-Verein eigentlich zum Anlass für viele Aktionen nehmen wollen – die Corona-Pandemie macht diese (bislang) unmöglich. „Wir hatten unter anderem einen Tag der Fußgesundheit geplant, auch einen Tag der Entspannung, all das fällt jetzt aus“, sagt Grotjohann. Am ehesten sei vielleicht noch das geplante „Waldbaden“ möglich. „Denn dabei sind ja alle draußen und können Abstand halten.“ Wann und ob das stattfinden kann – Grotjohann weiß es nicht. „Das hängt alles vom Verlauf der Pandemie ab.“

Die Kneipp-Bewegung, nach eigenen Angaben die größte private Gesundheitsorganisation Deutschlands, hat sich für das Jubiläumsjahr viel vorgenommen. Mit fünf Aktionstagen will der Dachverband auf die Kneipp-Philosophie der fünf Elemente Wasser, Ernährung, Heilpflanzen, Bewegung und Lebensordnung aufmerksam machen. Auftakt ist am Sonntag, 7. März, mit dem Tag der Gesundheit. Da Präsenzveranstaltungen aber unmöglich sind, schlagen die Kneippianer ein gemeinsames Backen in der Familie/im Haushalt vor. Wer ein Foto der Backaktion oder von der (virtuellen) Kaffeerunde auf die Facebook-Seite des Kneipp-Bundes stellt, nimmt zudem an einem Gewinnspiel teil. Rezepte und Infos gibt es auf der Homepage .

„Auch für die anderen vier Aktionstage ist etwas geplant“, kündigt Grotjohann an. Der 63-Jährige ist seit 28 Jahren Kneippianer. „Ich hatte damals Rückenbeschwerden und da meine Mutter bereits im Verein war, bin ich einfach mal mitgegangen“, erinnert sich der frühere Eon-Beschäftigte.

Doch sämtliche Kurse vom Autogenen Training über „Rücken-Fit“ bis zum Line Dance könnten derzeit nicht stattfinden. „Die Turnhallen sind ja geschlossen.“ Auch das sonstige Angebot (unter anderem Tagesfahrten, Genuss-Wandern oder -Radeln, gemeinsame Frühstücke) seien abgesagt. Für den 1954 gegründeten Verein eine Herausforderung. „Zumal wir es bei der großen Konkurrenz von Sportvereinen und Fitness-Studios eh schon nicht leicht haben“, sagt Grotjohann.

Aktuell hat der Verein etwa 200 Mitglieder – es waren mal mehr. Mit Rundschreiben versuche man in Zeiten der Pandemie Kontakt zu halten. Das scheint zu klappen. „Austritte gab es so gut wie keine.“ Weitere Informationen gibt es unter 05221/179510 sowie im Netz ; dort gibt es auch Videos mit Kneipp-Tipps für daheim.

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