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Buch über Straßen und Plätze geplant – Mathias Polster stößt auf viel Unbekanntes

Das verschwundene Herford

Herford (WB). Straßen gibt’s, die gibt es gar nicht. Auf viele verschwundene Verkehrsverbindungen in Herford ist Stadtführer Mathias Polster bei den Recherchen zu seinem neuen Buch gestoßen. Gemeinsam mit dem Historiker Dr. Rainer Pape arbeitet er an einer umfangreichen Publikation über Herfords Straßen und Plätze.

Hartmut Horstmann

Ein Bild, das das Herz des Herforders heftig pochen lässt: Der Pilz-Kiosk an der Schillerbrücke bestand bis Mitte der 90er. „Viele trauern ihm immer noch nach“, weiß Mathias Polster. Foto: Archiv Polster

Wer kennt die Körnerstraße?

Am 16. Juni soll das Buch vorgestellt werden – welchen Umfang es hat, da wagt Polster mittlerweile keine Prognose mehr. Denn die Zahl der Straßen, die es zu berücksichtigen gilt, wächst: „Als wir unser Buchprojekt erstmals vorgestellt haben, sind wir von 300 Straßen ausgegangen. Jetzt sind wir aber schon bei 600.“

Die Veränderungen haben etwas mit der ganz normalen Bautätigkeit in einer Stadt zu tun. Auf die Namen von Einstmals-Straßen stößt Mathias Polster meist bei seinen Recherchen im Kommunalarchiv, wenn er alte Akten durchblättert. „Wer erinnert sich zum Beispiel noch an die Körnerstraße?“, fragt er. Diese sei eine Verbindung zwischen der Wiesestraße und dem Pöppelmann-Wall gewesen. Früher stand dort die Körnerschule, heute befindet sich in dem Bereich die Geschwister-Scholl-Schule. Polster: „Die Straße ist verschwunden, es gibt jetzt nur noch den Zugang zur Schule.“

Erinnerung an den Pilz

Ein ähnliches Schicksal erfuhr in der jüngsten Vergangenheit die Straße Am Kleinbahnhof, die von der Goebenstraße zum Kleinbahnhof führte. Doch ein großflächiger Umbau in dem Bereich führte dazu, dass der Straßenverlauf nicht mehr zu erkennen ist. Wer mit dem Auto zum alten Bahnhof gelangen will, muss über den Parkplatz eines Supermarktes fahren. Dennoch gibt es die Adresse „ Am Kleinbahnhof“ nach wie vor.

Vergleichsweise skurril wird es am Linnenbauerplatz. An der Bowerre heißt der Verbindungsweg Richtung Berliner Straße offiziell. Doch die Stadtbibliothek, an der er vorbeiführt, hat als Adresse Linnenbauerplatz. Des Rätsels Lösung: „Die Häuser, die dort stehen, hatten die Zuordnung schon vor der Benennung. Darum sind die alten Adressen geblieben.“

Viele Fragen, die die Bürger hinsichtlich der Entwicklung ihrer Stadt haben, werden in dem Buch aufgegriffen. Manche der Themen lassen zudem das Herz des Herforders schneller schlagen. Viele Menschen trauerten immer noch dem Pilz-Kiosk an der Schillerbrücke nach, weiß Polster. Im Jahr 1996 kam es dort zu einem Brand, später wurde der Kiosk dann abgerissen: „Viele Herforder hätten den Pilz gerne wieder.“

Bürger können Finanzieren

„Vom Aawiesenpark bis Zur Bleiche“: Diesen Titel trägt das Buch, das viele Fotos enthalten soll. Um das Buch als hochwertigen Druck in einer Auflage von 600 Exemplaren preisgünstig anbieten zu können, wenden sich die Autoren an den Verschönerungsverein. Um Bürger an der Finanzierung zu beteiligen, nutzt der Verein eine Crowdfunding-Plattform der Volksbank. „Viele schaffen mehr“ heißt diese Plattform. Wenn ein Spender bis Ende Februar mindestens zehn Euro gibt, gibt die Volksbank weitere zehn Euro hinzu. Mehr als 5000 Euro sind auf diesem Wege bereits zusammengekommen. Weitere Infos gibt es im Internet auf der Seite www.meinevolksbank.viele-schaffen-mehr.de.

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