1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Herford
  6. >
  7. Der Beach-Club wird aufgebaut

  8. >

Weshalb Betreiber Frank Berghaus trotzdem Bauchschmerzen hat

Der Beach-Club wird aufgebaut

Herford (WB). Gute Nachricht für Freunde des Beach-Clubs: Am Mittwoch beginnt der Aufbau der beliebten Strandbar in den Herforder Werregärten. Am Dienstag gab’s das entscheidende Go vom Ordnungsamt. Und trotzdem ist die Betreiberfamilie hin- und hergerissen: Ihr Gemütszustand schwankt zwischen Euphorie und Sorge.

Moritz Winde

Nein, noch ist von der Strandbar wie hier auf diesem Archivbild nichts zu sehen. Heute aber wird mit dem Aufbau des Beach-Clubs zwischen dem RGH und dem FGH und im Schatten des Ärztehauses begonnen. Eröffnung soll Anfang Juni sein. Foto: Moritz Winde

„Natürlich freuen wir uns, jetzt loslegen zu dürfen. Bis vor einer Woche konnte damit schließlich noch niemand rechnen. Ich habe aber auch ziemliche Bauchschmerzen, weil eben keiner weiß, wie sich die Infektionszahlen entwickeln“, sagt Frank Berghaus, der mit der Errichtung der Aloha-Bar in diesen Corona-Zeiten ein enormes Risiko eingeht. Denn sollte es zu einem erneuten Shutdown in Herford kommen, hätte der Schausteller einen riesigen Batzen Geld in den Sand gesetzt.

Nach Angaben des Bünders kostet der Auf- und Abbau zwischen 30.000 und 40.000 Euro. „Es ist etwas anderes, mal eben eine Kneipe aufzuschließen. Für meinen Beach-Club gibt es keinen Schlüssel.“ Oder anders gesagt: Alles muss von Hand zusammengeschraubt werden. Im Laufe der Zeit – in diesem Jahr feiert die Bar das zehnjährige Jubiläum – hat Frank Berghaus die Außengastronomie stets weiter entwickelt und erweitert. Das Invest für die zum Großteil maßgeschneiderte Aloha-Welt beträgt mehrere hunderttausend Euro. Sie lagert in 25 Containern.

Schausteller war mit Corona infiziert

Wenn alles glatt geht, kann Anfang Juni – und damit drei Wochen später als geplant – eröffnet werden. Eigentlich sollten heute bereits die ersten Cocktails getrunken werden. Doch noch ist die Fläche in den Werregärten verwaist. Erst heute rückt die Aufbau-Crew an. Auf dem 2000 Quadratmeter großen Areal sei genügend Platz, die Abstandsregeln einzuhalten. Außerdem werde natürlich das behördlich verordnete Hygienekonzept penibel umgesetzt. Und jeder Gast müsse sich in eine Liste eintragen, sagt Frank Berghaus.

Der Gastronom versucht unterdessen, die Sorgen beiseite zu schieben. Was bleibt dem 52-Jährigen auch anderes übrig? Er muss Geld verdienen. „In diesem Jahr habe ich ja noch keinen Umsatz machen können. Das ist echt hart“, sagt er. Ob City-Kirmes in Herford oder Bierfest in Bad Salzuflen: Weil alle Veranstaltungen laut Infektionsschutzgesetz ausfallen mussten, war der Schausteller zur 100-prozentigen Kurzarbeit verdonnert.

Wie heftig die Corona-Symptome sein können, musste er selbst erfahren. „Mir ging’s schlecht, ich hatte 40 Grad Fieber“, sagt Frank Berghaus, der sich im Frühjahr beim Skifahren in St. Anton mit dem Virus infizierte. Obwohl er also richtig krank war, kritisiert er den Zick-Zack-Kurs der Regierung, der für eine große Unsicherheit sorge. „Ich halte das alles für übertrieben. Meine beiden Töchter waren auch infiziert, haben es aber nicht einmal bemerkt.“

Startseite