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Vor 30 Jahren hat Yasar Uguz seinen ersten Döner-Imbiss in Herford eröffnet

Der Mann hinterm Grill

Herford (WB). Er war gerade einmal 14 Jahre alt, als Yasar Uguz nach Herford kam. Jetzt nennt der 60-Jährige schon seit 47 Jahren Herford seine Heimat. Die meisten Herforder kennen ihn, weil er seit mehr als 30 Jahren an verschiedenen Standorten in der Stadt einen Döner-Imbiss betrieben hat.

Ralf Meistes

Gewohntes Bild: Yasar Uguz (links), hier mit seiner Frau Semra, am Grill. Foto: Ralf Meistes

„Ich habe den ersten Döner-Imbiss mit Restaurant in Herford aufgemacht“, sagt der 60-Jährige, der in der türkischen Hafenstadt Trabzon am Schwarzen Meer zur Welt gekommen ist. Mit seiner älteren Schwester verschlug es Yasar Uguz 1973 nach Herford. Anfangs hat er noch in den Fachwerkhäusern an der Tribenstraße gewohnt. „Die sind später abgerissen worden“, sagt er. Zuerst arbeitete er bei Hofmeister als Dachdecker, später dann bei Joerding in Enger.

„Das kann ich besser“

Als in den 80er Jahren dann in Bielefeld die ersten Döner-Läden öffneten, war sich Yasar Uguz sicher: „Das kann ich besser.“ Seine Eltern hatten bereits am Schwarzen Meer ein Restaurant betrieben. „Ich wusste also, worauf es ankommt“, sagt er.

Und worauf? „Ich achte sehr darauf, dass immer alles sauber ist in meinem Imbiss. Und die Qualität muss natürlich stimmen. In den Anfangsjahren habe ich die Döner-Spieße noch selber hergestellt. Jetzt werden sie mir fertig gebracht – aber nach meiner Rezeptur“, sagt der 60-Jährige, der seit zwei Jahren das Imbiss-Restaurant Efendi in der Klingenthal-Passage (Martinsgang) betreibt. Immer an seiner Seite: Ehefrau Semra.

In den 1990er Jahren hat er sogar mal sechs Döner-Restaurants gleichzeitig betrieben unter anderem auch in Bielefeld und Bad Salzuflen-Schötmar. Jetzt, mit fast 61 Jahren, genügt ihm der Imbiss mitten in Herford. Dabei hat ihm der Lockdown durch die Corona-Krise auch einen Schlag ins Kontor versetzt. „Wir hatten hier sechs Wochen geschlossen. Bezogen auf die vergangenen Monate sind die Umsätze um 50 Prozent eingebrochen.“

Früher auch mit Bauchtänzerin

Jetzt steht er aber wieder täglich hinterm Grill. Sein Imbiss ist von montags bis samstags von 11 bis 21 Uhr geöffnet. Nur sonntags bleibt der Grill kalt. An die Anfangszeit seines ersten Döner-Restaurants in Herford erinnert er sich gerne zurück. „Anfangs war der Besuch noch zögerlich. Ich hatte meinen ersten Laden in der Rennstraße, gegenüber des heutigen Teddy Toys-Geschäfts. Um ein bisschen mehr Werbung zu machen, haben wir dort auch eine Bauchtänzerin auftreten lassen.“ Das gibt es im Imbiss in der Klingenthal-Passage nicht mehr.

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