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Reinhard Hoffmann tritt im Wahlbezirk 16 als parteiloser Einzelkandidat an

Der Polit-Solist

Herford (WB). Das Schild vor dem Haus ist klein, doch der Besitzer hat Großes vor. Reinhard Hoffmann will als parteiloser Einzelkandidat in den Rat gewählt werden. Erstmals tritt der 66-Jährige bei einer Wahl an.

Hartmut Horstmann

Ein Plakat zum Niederknien: Reinhard Hoffmann hat es vor seinem Haus aufgestellt. Auf einen größeren Plakate-Wahlkampf verzichtet der ehemalige Finanzbeamte. Foto: Hartmut Horstmann

Eine gewisse Nähe zur CDU

Herforder kennen Hoffmann vor allem von seiner kreativen Seite her. So schuf er unter dem Künstlernamen Draffoh Rheinmann den „Peace-Tower“ in den Werregärten. Doch sein politisches Engagement habe damit nichts zu tun, sagt der ehemalige Finanzbeamte.

Um zu erklären, warum er sich keiner Partei anschließt, zitiert er Bismarck, von dem die Äußerung stammen soll: „Ich will Musik machen, wie ich sie für gut erkenne, oder gar keine.” Hoffmann fürchtet lange und lähmende Auseinandersetzungen in der Parteiarbeit, daher sein politisches Solokonzert. Grundsätzlich stehe er der CDU aber am nächsten, fügt der 66-Jährige hinzu. Viele Ansichten der Bürgermeister-Kandidatin Anke Theisen teile er.

Einen früheren Herforder CDU-Mann nennt der Kandidat sogar als Vorbild: Hubert Epping. Dessen Engagement im Wahlbezirk sei herausragend gewesen.

Wahlbezirk-Kümmerer

Im Wahlbezirk 16, Friedenstal, kennt man Reinhard Hoffmann. Der Kandidat spricht Leute an, wird von Leuten angesprochen. Und auch wenn der Von-Haus-zu-Haus-Wahlkampf coronabedingt erschwert ist, will der Neuling nicht klein beigeben und gänzlich drauf verzichten.

Als Finanzmensch, der etwas von Zahlen versteht, hat er den Wert bereits im Hinterkopf, der für einen Einzug in den Rat reichen könnte. So beurteilt er seine Chance als „nicht unrealistisch“. Seine Strategie ist vergleichsweise einfach: „Ich muss mehr bekommen als die anderen.”

Als Thema, das ihn und die anderen Bewohner beschäftigt, nennt er die bevorstehende Schließung des Edeka-Marktes. Hier müsse dafür gesorgt werden, dass es mit einem Neubau möglichst schnell weitergehe. Ein Anliegen ist ihm auch die Ärztesituation. In dem Viertel gebe es nur einen Hausarzt, so Hoffmann: „Wir müssen erreichen, dass er bleibt.“ Auch die Sparkasse sieht er in der Pflicht, dass sie einen Geldautomaten vorhält. Und der bevorstehende Ausbau der Stadtholzstraße dürfe nicht zu lange dauern.

Die Sparkasse im Blick

Reinhard Hoffmann sieht sich vor allem als Wahlbezirk-Kümmerer. Doch es gibt auch Vorhaben außerhalb seines Viertels, die seinen Blutdruck steigen lassen – so zum Beispiel den Plan, an der Stelle des Sparkassen-Gebäudes ein Parkhaus zu errichten: „Der Ort an der Aa ist viel zu schön dafür.“

Also will Hoffmann aufpassen, dass alles mit rechten Dingen zugeht – vorausgesetzt, die Wähler seines Bezirks stimmen mehrheitlich für ihn.

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