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Altenheim-Leiterin Gabriela Hofmann ist als erste Frau im Kreis Herford gegen das Coronavirus geimpft worden

„Der schönste Tag meines Lebens“

Herford

Nach dem Pieks brandet Beifall auf, Gabriela Hofmann reißt ihre Arme jubelnd in die Höhe: „Das ist der schönste Tag meines Lebens, noch schöner als meine Hochzeit.“ Die Leiterin des Heinrich-Windhorst-Hauses ist die erste im Kreis Herford, die gegen das Coronavirus geimpft wurde.

Moritz Winde

Ein historischer Augenblick: Dr. Hermann Lorenz verabreicht Gabriela Hofmann die Schutzimpfung. Foto: Moritz Winde

Dieser kurze Moment, Punkt 15.15 Uhr am 27. Dezember 2020, geht in die lokalen Geschichtsbücher ein. Mit ihm wird auf ewig Gabriela Hofmann verbunden sein. Sie habe so viel Adrenalin im Körper, alles sei so aufregend. „Ich bin einfach nur überglücklich!“

Erste Impfung gegen das Coronavirus im Kreis Herford an Gabriela Hofmann, Einrichtungsleiterin Heinrich-Windhorst-Haus, am 27. Dezember 2020 Foto: Moritz Winde

Die 65-Jährige trägt die Verantwortung für 82 Mitarbeiter und 80 Bewohner des Alten- und Pflegeheims an der Schwarzenmoorstraße unterhalb des Klinikums. Die vergangenen Monate seien sehr hart gewesen. „Die Angst saß uns ja immer im Nacken, dass irgendjemand das Virus hier hereinschleppt und Menschen dies nicht überleben werden.“ Doch zum Glück blieb die Einrichtung der Evangelischen Diakoniestiftung im Gegensatz zu anderen Heimen von Covid 19 verschont, es gab keine Infizierten.

Mit dem Start der Impfungen, die am Sonntag zeitgleich in den Altenheimen in Mennighüffen und Hiddenhausen starteten, ist der Kreis Herford auf dem Weg zu einem unbeschwerten Alltag ein Stück näher gekommen. Insgesamt konnten gestern 350 Pflegekräfte und Senioren geimpft werden, weitere 2200 Dosen mit dem Biontech-Stoff seien zugesichert, sagt Krisenstabschef Markus Altenhöner.

Erste Impfung gegen das Coronavirus im Kreis Herford an Gabriela Hofmann, Einrichtungsleiterin Heinrich-Windhorst-Haus, am 27. Dezember 2020 Foto: Moritz Winde

Zunächst werden die Altenheime im Kreis versorgt, in denen 2700 Frauen und Männer leben. Wie und wann es dann weitergeht, kann er derzeit nicht sagen. „Es kommt darauf an, wie schnell wir welche Mengen erhalten.“ Altenhöner geht allerdings nicht davon aus, dass der Betrieb des Impfzentrums in Enger vor Mitte Januar in Betrieb gehen werde. Es sei also weiter Geduld gefragt.

Zurück ins Windhorst-Haus: Leiterin Gabriela Hofmann sagt, die Impfbereitschaft sei sehr hoch. Bisher gebe es nur drei Ablehnungen. „Wir haben viel Zeit in Aufklärung investiert. Es soll niemand gedrängt werden.“ Für Christa Krüger stand von vorne herein fest, dabei zu sein. „Ich möchte nicht angesteckt werden – und niemanden anstecken. Und es gibt ja keine Alternative“, sagt die 87-Jährige. Wenig später ist auch sie an der Reihe: Ärmel hoch, kleiner Pieks, Pflaster drauf – fertig. „Tat auch kein bisschen weh“, sagt sie – und unter ihrem Mundschutz scheint sie zu lächeln.

Erste Impfung gegen das Coronavirus im Kreis Herford an Gabriela Hofmann, Einrichtungsleiterin Heinrich-Windhorst-Haus, am 27. Dezember 2020 Foto: Moritz Winde
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