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Herforder soll sich an 13-Jähriger vergangen haben, als die Mutter für Entbindung im Krankenhaus war

Die eigene Tochter vergewaltigt?

Herford (WB)

Die Mutter befand sich zur Geburt des gemeinsamen Sohnes im Krankenhaus, als der Mann sich an der 13 Jahre alten Tochter verging. Diesen Vorwurf erhebt die Staatsanwaltschaft gegen einen heute 47 Jahre alten Herforder.

Bernd Bexte

Der 47 Jahre alte Herforder, hier mit Anwalt Hein-Dirk Hinrichs, sitzt seit August in Untersuchungshaft. Foto: Bernd Bexte

Seit Freitag muss sich der Mann vor der XXI. Strafkammer des Landgerichts Bielefeld wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs verantworten.

Zwischen Oktober 2014 und Oktober 2015 soll er seine Tochter dreimal vergewaltigt haben, zweimal sei es bei einem Versuch geblieben. Der aus Westafrika stammende Familienvater, der auch einen deutschen Pass hat, bestreitet die Tat.

Die Tochter hatte sich erst im vergangenen Jahr offenbart und mit ihrer Anzeige das Verfahren ins Rollen gebracht. Seit August sitzt ihr Vater in Untersuchungshaft, die Mutter hat sich von ihm getrennt.

Der Mann lebte bereits in Herford, als Frau und Tochter 2014 aus Afrika zu ihm zogen. Bei der ersten angeklagten Tat soll er sich neben das Mädchen ins Bett gelegt und sie im Intimbereich gestreichelt haben. Er habe ihr die Hose heruntergezogen, sich ein Kondom übergestreift und versucht, in sie einzudringen. Das Mädchen habe sich jedoch wegdrehen können.

Gleiches sei im Sommer 2015 passiert, als die Mutter zu einer Entbindung im Krankenhaus war. Am folgenden Morgen soll es dann aber zur Vergewaltigung gekommen sein, ebenso zwei weitere Male bis Oktober 2015. „Einmal flüsterte er ihr dabei ins Ohr, dass sie darüber schweigen solle“, trug Staatsanwältin Evelyn Harkötter in ihrer Anklage vor, die eine Dolmetscherin dem 47-Jährigen simultan übersetzte.

Ob und was an den Vorwürfen dran ist, wird in den folgenden Prozesstagen weit­gehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt. Denn das Gericht gab dem Antrag von Verteidiger Hein-Dirk Hinrichs statt, dass sein Mandant nur bei Abwesenheit von Presse und Zuschauern vernommen werden dürfe. Gleiches gilt für die Aussprache darüber. Schließlich würden dabei „Umstände aus dem persönlichen Lebensbereich des Angeklagten, insbesondere aus seiner Intimsphäre, zur Sprache kommen“, die seine „schutzwürdigen Interessen“ verletzen könnten, erklärte das Gericht.

Als Nebenklägerin tritt das heute 19-jährige mutmaßliche Opfer auf. Die junge Frau lebt jetzt bei ihrer Mutter und strebt einen Schulabschluss an. Das Gericht hatte die Nebenklage erst einen Tag vor Prozessbeginn zugelassen, was Hinrichs veranlasste, die gesamte Hauptverhandlung vertagen lassen zu wollen, um sich auf diesen neuen Sachverhalt vorbereiten zu können. „Das Verfahren hat sich dadurch maßgeblich geändert“, begründete der Anwalt seinen Antrag. Das Gericht lehnt diesen jedoch ab.

Der Prozess wird am nächsten Freitag, 5. Februar, fortgesetzt. Zwei weitere Termine sind bis zum 18. Februar angesetzt.

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