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Dank Zufall und Autobahnpolizei: Ausgebüxter Paul ist wieder da

Dramatische Rettung auf der A2

Herford (WB). Quicklebendig und putzmunter flitzt und springt Paul durch den Garten, der viereinhalb Monate junge Mischling ist kaum zu bremsen. Kathrin und Dirk Kleineberg sind überglücklich, dass sie ihren Liebling wieder haben. Denn Paul war am Samstag im Stuckenberg ausgebüxt und bis auf die Autobahn 2 gelaufen.

Lars Krückemeyer

Dirk und Kathrin Kleineberg haben ihren Paul wohlbehalten zurück. Der junge Mischling war auf die A2 ausgebüxt. Foto: Lars Krückemeyer

Eine zufällig vorbeifahrende Tierschützerin aus Celle und die Autobahnpolizei retteten den kleinen Hund, nach mehr als vier endlosen Stunden erhielten die Kleine-bergs die erlösende Nachricht. „Paul ist wie ein Kind für uns“, sagt Kathrin Kleineberg nach der glücklichen Rettung.

Von Mountainbiker überfahren

Begonnen hatte das Drama Samstagmittag im Stuckenberg. „Da sind wir mit Paul immer am Wochenende unterwegs. Wir haben die tolle Laubfärbung bewundert und uns gefreut, welchen Spaß der Hund hat“, berichten die Hundefreunde.

Doch dann – so erzählen es die Kleinebergs – fuhr wie aus dem Nichts ein dunkel gekleideter Mountainbiker heran. Paul erschrak so sehr, dass er lossprang, überfahren wurde und in Panik ausbüxte. „Das Rad hat ihn einmal durchgewirbelt“, sagt Dirk Kleine-berg (65). „Der Mountainbiker blieb einen kurzen Moment stehen, drehte sich um und fuhr dann weiter“, ergänzt seine 58-jährige Frau.

Zwei Stunden hätten sie erfolglos im Wald nach Paul gesucht, seien dann erstmal nach Hause gefahren, hätten die öffentlichen Stellen informiert und mit einer Freundin weitergesucht.

Paul hatte sich derweil in Richtung A2 aufmacht, wo ihn – und nun kommt der Zufall ins Spiel – Maja Renz vom Tierschutzverein Fellnasenhilfe Celle auf der Verkehrsinsel zwischen den beiden Herforder Ausfahrten entdeckte.

„Mein Vordermann war ausgewichen, weil er den Hund wohl an der Leitplanke sah. Als ich vorbeikam, lief er los. Durch einen beherzten Schwenker und ein Hupen fühlte er sich zum Glück veranlasst, wieder unter die Leitplanke zu laufen. An dieser Stelle ist zwischen den Autobahnen ein Waldstück und nicht nur ein Grünstreifen“, schreibt Maja Renz auf ihrer Facebookseite.

An der Ausfahrt Herford Ost verständigte die Tierschützerin die Polizei und pendelte dann mehrmals hin und her. Die mit Blaulicht nahenden Autobahnpolizisten drosselten die Geschwindigkeit der Autos und gemeinsam mit Maja Renz gelang es schließlich, Paul mithilfe eines Keschers wieder einzufangen – den hatte die Tierschützerin im Auto dabei. „Der kleine Kerl hockte genau in dem Gestrüpp unter der Leitplanke“, schreibt sie.

Während Paul äußerlich unversehrt schon wieder durch den Garten tobt, gilt der große Dank seiner Besitzer Maja Renz und den Autobahnpolizisten. Ach ja, und noch etwas haben sie auf dem Herzen: „Wir bitten die Mountainbiker, sich etwas rücksichtsvoller zu verhalten.“

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