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Heinrich-Windhorst-Haus: Gabriela Hofmann reicht den Leitungsstab an Anja Marie Endrikat weiter

Drei Sträuße und zwei Wechsel

Herford (WB)

Die beiden Vorstände der Diakoniestiftung Herford bringen drei Blumensträuße mit ins Heinrich-Windhorst-Haus. Dort nehmen Michael Stroop und Andreas Muci nicht nur einen Leiterinnen-, sondern auch einen Generationenwechsel vor.

Stephan Rechlin

Gabriela Hofmann reicht den Leitungsstab des Windhorst-Hauses an Anja Marie Endrikat und Yvonne Reimann (von links) weiter. Foto: Stephan Rechlin

Strauß Nummer eins ist für Gabriela Hofmann (65), die nach 22 Jahren im Beruf und 15 Jahren an der Spitze des Windhorst-Hauses den Leitungsposten räumt. Sie hat das 2006 gegründete Heim mit aufgebaut, hat in schwierigen Situationen immer wieder Lösungen gefunden, auch zuletzt, als es plötzlich hieß, die Altenheime sollten Schnelltests durchführen. Statt einer Tanzparty mit Rückblicken auf die schönen und traurigen Stunden steht sie mit einer FFP2-Maske im Foyer und hält Abstand. Das gesamte letzte Jahr sei coronabedingt ein einziges Krisenmanagement gewesen: „Das habe ich noch mitgenommen,“ sagt sie mit einem Schmunzeln unter der Maske. Dann aber blickt sie wieder ernst: „Ohne so ein hervorragendes Team wie hier im Windhorst-Haus hätten wir das nicht geschafft.“

Strauß Nummer zwei geht an ihre Nachfolgerin Anja Marie Endrikat (47). Sie hat in den vergangenen Jahren als Pflegedienstleiterin eng an der Seite Hofmanns gearbeitet, habe eine Chefin gehabt und verabschiede nun eine Freundin: „Freiheit ist die Entscheidung für oder gegen Selbstdisziplin“, habe ihr Hofmann beigebracht. Ohne diese Disziplin hätte es die Mutter von fünf Kindern und im Ernst-Louisen-Heim zur examinierten Altenpflegerin ausgebildete Endrikat nicht soweit gebracht. Nach einem kurzen Abstecher zu einem anderen Träger habe sie erfahren, was sie an der Diakonischen Stiftung habe und sei schnell zurückgekehrt. „Sie kennt den Laden in- und auswendig“, sagt ihre ehemalige Chefin Gabriela Hofmann.

Bleibt Blumenstrauß Nummer drei. Der wird an Yvonne Reimann (30) überreicht, der neuen Pflegedienstleiterin im Windhorst-Haus und damit Nachfolgerin Endrikats. Freude und Last des Berufes habe sie bereits mit ihren Eltern erlebt, die beide in Pflegeberufen arbeiteten. Nach ihrer Ausbildung und einer Erfahrungsphase sei ihr die Leitung einer Wohngruppe anvertraut worden. Gabriela Hofmann: „Frau Reimann ist noch jung, aber ein Naturtalent in unserem Beruf. Es ist wichtig, junge Menschen in die Verantwortung zu nehmen, damit bei Übergängen wie diesen keine Brüche entstehen.“

Im Windhorst-Heim direkt unterm Herforder Klinikum sind 117 Bewohner einmal gegen Corona durchgeimpft worden, 69 Bewohner haben bereits die zweite Impfdosis erhalten. Diakonie-Vorstand Michael Stroop hofft, eine feierliche Verabschiedung Hofmanns nachholen zu können, wenn vielleicht noch in diesem Jahr irgendwann keine Masken mehr getragen werden müssen. Als sich die drei Frauen draußen vor der Tür für ein Foto aufstellen, dringt Applaus aus den Erdgeschoss-Fenstern hinaus. Als Dank für die pensionierte Chefin.

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