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Hunderte Berufsschüler des Friedrich-List-Kollegs in Herford lassen sich ins Knochenmarkspender-Register aufnehmen – mit Video

Ein bisschen Spucke genügt

Herford (WB). In 60 Sekunden zum potenziellen Lebensretter: Hunderte Schüler des Friedrich-List-Berufskollegs (FLB) haben sich am Donnerstag als Stammzellspender registrieren lassen und unterstützen damit den Kampf gegen Blutkrebs.

Moritz Winde

Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein. Die Prozedur dauert 60 Sekunden Foto: Moritz Winde

Sporthalle wird zum XXL-Labor

Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein: Während früher Blut abgenommen werden musste, um die Gewebemerkmale zu bestimmen, reicht heute eine Speichelprobe. Die Kreissporthalle an der Bielefelder Straße wurde für die Typisierungsaktion in ein XXL-Labor umgewandelt.

Für Marco Weidner stand sofort fest, dass er dabei ist. »Eine gute Freundin war selbst an Krebs erkrankt. Ich weiß, wie hart es ist«, sagt der 25-Jährige. Und auch Mitschülerin Louisa-Marie Läge (21) hat bereits die niederschmetternde Diagnose im eigenen Familienkreis miterlebt. »Es sollten viel mehr Menschen helfen. Es tut nicht weh und man kann so unendlich viel Gutes tun.«

Suche nach der Nadel im Heuhaufen

Demet Kaygusuz von der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) aus Köln betont, wie wichtig jede einzelne Spende ist: »Wir haben in unserer Datei zwar schon 7,8 Millionen Menschen registriert. Doch noch immer findet jeder zehnte Patient keinen passenden Spender – und muss sterben.«

Statistisch erkrankt in Deutschland alle 15 Minuten ein Mensch an Blutkrebs – darunter viele Kinder und Jugendliche. Deren einzige Chance auf Heilung besteht oft nur in einer Stammzellspende. Doch die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering, den genetischen Zwilling zu finden. Es ist wie die berühmte Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

26-Jähriger wurde zum Lebensretter

Vinzenz Alpers hat mit seinem Blut bereits Leben gerettet. In 80 Prozent der Fälle werden die Stammzellen der Blutbahn entnommen und es ist keine OP notwendig. 2011 hatte sich der damalige Schüler des Wilhelm-Norman-Kollegs registrieren lassen. »Vier Jahre später erhielt ich den Anruf der DKMS. Es berührt mich noch heute, zu wissen, dass ich einer jungen Französin geholfen habe. Sie hatte Leukämie«, sagt der 26-Jährige Rödinghauser. Die FLB-Schüler hingen am Donnerstag an seinen Lippen. Und nach dem Vortrag ging’s zum Typisieren.

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