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Heiner Wemhöner zeigt in Berlin Videos aus seiner Sammlung – Vernissage am Freitag

Ein Sammler als Filmfreund

Herford (WB). Der Herforder Unternehmer und Kunstsammler Heiner Wemhöner präsentiert erneut Teile seiner Sammlung in Berlin. Im Mittelpunkt der Ausstellung „Sehnsucht und Fall“, die am Freitag eröffnet wird, stehen Filme und Videos. Es handelt sich um die mittlerweile sechste Präsentation Wemhöners in Berlin.

Hartmut Horstmann

Ein Mann, der das Pathos und die ganz große Geste nicht scheut: Der aus Herford stammende Künstler Erik Schmidt inszeniert sich in seinem Film selbst. Er liebt das Spiel mit Klischees und gesellschaftlichen Rollen. Dieser Film, der auch vom Leiden des Künstlers kündet, wurde im Kurpark Bad Driburg gedreht. Foto: Erik Schmidt

Feste Ausstellungsräume ab Herbst 2021?

Läuft alles nach Plan, wird der Unternehmer ab Herbst 2021 in Berlin einen festen Ausstellungsort haben. Denn Wemhöner, der Wohnsitze in Herford und Berlin hat, erwarb am Hermannsplatz einen alten Tanzsaal, der zu Ausstellungsräumlichkeiten umgebaut werden soll. Da in Berlin aber alles etwas anders sei, wie der Herforder mittlerweile erfahren hat, hütet er sich vor genauen Prognosen. Für den Umbau seien im Januar 2019 die Unterlagen eingereicht worden, bis heute sei nichts passiert.

Doch jetzt schaut der 69-Jährige erst einmal auf das Wochenende. Zur Eröffnung am Freitag hätten sich schon einige Herforder angesagt. Aber auch in Berlin ist Wemhöner längst angekommen. Dass „Sehnsucht und Fall“ seine mittlerweile sechste Berlin-Ausstellung ist, mag als Indiz dienen.

„Imagine“ wird zerkratzt

Ausstellungsort sind die Kunstsäle Berlin, Bülowstraße 90. Im Jahr 2018 war dort bereits die Wemhöner-Ausstellung „Satisfy me“ zu sehen gewesen. Auch „Haltung und Fall“ wird von dem gebürtigen Herforder Philipp Bollmann kuratiert. Dabei treffen Kunstinteressierte auch auf Arbeiten, die sie möglicherweise bereits aus dem Marta kennen – so bei einem Video, das zeigt, wie eine Single mit John Lennons „Imagine“ durch einen Zahnsteinentferner zerkratzt wird.

Es geht um den brachialen Umgang mit Kultur, um Vergänglichkeit. Dies leitet über zu einem Video, das zu einer Haus-Installation an der Herforder Johanniskirche gehört: „Ich habe genug“ von Alexandra Ranner. Zu sehen ist ein im Wasser dümpelnder Menschenkopf, der die Bach-Kantate singt.

Erik Schmidt spielt sich selbst

Existenzielles über Krankheit und Tod thematisiert der aus Herford stammende Maler und Filmemacher Erik Schmidt in „Bogged down“ (2010). In dem Film spielt Schmidt sich selbst als Künstler. Weiter Ausstellungsvideos stammen von Isaac Julien, Bianca Kennedy und Hans Op de Beeck. Die Ausstellung, die am 24. Januar um 18 Uhr eröffnet wird, ist bis zum 29. Februar zu sehen.

Neuland betritt Wemhöner im Juli im renommierten Mönchehaus Museum in Goslar. „Focus China“ heißt die Ausstellung mit Exponaten aus seiner Sammlung. Diese umfasst mittlerweile 1300 Arbeiten.

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