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Internationale Konferenz über Elisabeth von der Pfalz – erstmals Preis verliehen

Eine außergewöhnliche Frau

Herford (WB). Vertreter der Philosophie aus der ganzen Welt sind am Samstag anlässlich des 400. Geburtstages von Elisabeth von der Pfalz in der Hansestadt zu Gast gewesen. Erstmalig wurde der mit 3000 Euro dotierte »Elisabeth von Böhmen und Herford Preis« verliehen.

Sophie Hoffmeier

Dr. Lisa Shapiro von der Simon Fraser University in Kanada bedankt sich für die Auszeichnung mit dem »Elisabeth von Böhmen und Herford Preis«. Die Preisverleihung ist ein Programmpunkt einer hochkarätig besetzten Tagung im Rathaus. Foto: Sophie Hoffmeier

Im großen Saal des Rathauses, unweit von der Stelle, an der Elisabeth gewirkt hat, kamen wichtige Vertreter aus Philosophie und Wissenschaft zusammen. »Herford war ein wichtiges intellektuelles Zentrum im 17. Jahrhundert, deshalb ist diese Stadt wichtig für die internationale Forschung, und es ist spannend, hier zu sein«, sagte Dominik Perler von der Humboldt Universität Berlin.

Ein wichtiges Anliegen der Forschung sei es, auf das Vermächtnis Elisabeths aufmerksam zu machen. »Sie war eine tolle Philosophin, die selber Debatten vorangetrieben hat, und eine selbstbewusste Frau«, betonte Perler. In seinem Vortrag setzte er sich mit dem Briefwechsel von Elisabeth und René Descartes auseinander.

Außergewöhnliche Leistungen im Sinne der Äbtissin

Der frisch ins Leben gerufene »Elisabeth von Böhmen und Herford Preis« ehrt Elisabeth als bedeutsame Philosophin und Politikerin. Die Auszeichnung soll an Frauen verliehen werden, die sich durch außergewöhnliche Leistungen im Sinne der Äbtissin auszeichnen. Er ging am Samstag an Philosophie-Professorin Dr. Lisa Shapiro von der Simon Fraser University in Kanada, die eine kommentierte, englische Ausgabe von Elisabeths Korrespondenz mit Descartes herausgebracht hat.

»Sie hat so viel mehr getan als nur übersetzt«, sagte Prof. Ruth Hagengruber, Leiterin der Philosophischen Fakultät an der Universität Paderborn. Übergeben wurde der Preis von ihr und Prof. Sabrina Ebbersmeyer von der University of Copenhagen.

Shapiro bedankte sich und verwies darauf, dass weibliche Philosophen lange nicht die verdiente Aufmerksamkeit bekommen hätten. Als umso bedeutsamer empfinde sie die Ehrung durch den »Elisabeth von Böhmen und Herford Preis«. Ermöglicht wurde die mit 3000 Euro dotierte Auszeichnung von Unternehmerin und Spenderin, Prof. Ulrike Detmers.

Bürgermeister ist stolz

Bürgermeister Tim Kähler zeigte sich stolz über den eng mit der Hansestadt verwobenen Preis: »Es passt gut, denn Herford ist die Stadt der starken Frauen.« Die Preisvergabe erfolgte im Rahmen der internationalen Konferenz »Elisabeth of Bohemia (1618 – 1680): Life and Legacy«, die sowohl in Paderborn als auch in Herford ausgetragen wurde. Die Tagung wurde von der Fritz Thyssen Stiftung gefördert. Es handelte sich um eine gemeinsame Veranstaltung der Arbeitsgruppe »Frauen in der Geschichte der Philosophie«, der Deutschen Gesellschaft für Philosophie (DGPhil) und des Paderborner Projekts »Center for the History of Women Philosophers and Scientists«, das von Ruth Hagengruber geleitet wird. Angestoßen wurde die Konferenz von der Herforder Frauengeschichtsgruppe Eigensinn. »Ich war wirklich beeindruckt, was für engagierte Frauen dort tätig sind«, sagte Ruth Hagengruber.

Die Tagung ist der erste große Termin des Elisabeth-Jahres. Am kommenden Wochenende wird die Elisabeth-Ausstellung im Daniel-Pöppelmann-Haus eröffnet. Am 1. Juli kommt es in der Marienkirche zur Uraufführung des Elisabeth-Oratoriums.

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