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Wigald Boning liest im Capitol Herford aus seinem Buch mit Camping-Abenteuern

Eine Nacht im Weserstadion

Herford (WB). Schon als Kind habe er es in heißen Sommernächten vorgezogen, diese schlafend auf der Terrasse seines Elternhauses zu verbringen, sagt Wigald Boning. Von seinen Camping-Abenteuern berichtete der Autor und Entertainer im Herforder Kino Capitol – denn diese sind Thema eines Buches, aus dem Boning vor mehr als 100 Besuchern las.

Christina Falke

TV-Entertainer und Autor Wigald Boning hat im Kino Capitol vor mehr als 100 Zuhörern aus seinem neuen Buch gelesen. Es handelte sich um eine Veranstaltung im Rahmen der Lesereihe »Herford buchstäblich«. Foto: Christina Falke

Als Experiment gestartet

Zwei Jahre ist es her, dass Boning für sich beschloss, die Nächte ab jetzt draußen statt im flauschig-gemütlich-warmen Bett zu verbringen. Wie lange das Experiment andauern sollte, darüber sei er sich  zu jenem Zeitpunkt selbst nicht im Klaren gewesen, sagte der 51-Jährige dem Herforder Publikum.

Was Wigald Boning in der Zeit seines nächtlichen Freiluft-Schlaf-Marathons alles erlebt hat, bot Stoff für ein ganzes Buch. »Im Zelt – von einem, der auszog, um draußen zu schlafen« heißt das aktuelle 268-Seiten Werk Bonings, das kurzweilig und unterhaltsam geschrieben und amüsant ergänzt wird durch einige Bilder.

»Wir sind sehr froh und glücklich, dass es uns gelungen ist, für unsere Lesungsreihe einen solch bekannten Künstler nach Herford zu holen«, begrüßte Veranstalter Thomas Dickenbrok die Besucher. Vor der Leinwand, über die sonst Hollywood-Blockbuster flimmern, hatten die Organisatoren einen Tisch mit einer Leselampe und einem Stuhl für Wigald Boning aufgestellt.

Lesung als Pressekonferenz

In Hemd und Krawatte, in Kombination mit einer Wanderhose gekleidet, betrat Boning die Bühne für seine mehr als 90 Minuten andauernde Lesung, in der er die Besucher immer wieder dazu ermunterte, Fragen an ihn zu stellen. »Das wird eine Lesung wie eine Pressekonferenz«, witzelte er und antwortete den Gästen schließlich ausgiebig und mit viel Humor. So überließ er auch dem Publikum die Entscheidung, welche Kapitel aus seinem Buch er denn nun für sie vorlesen sollte.

Beinahe einstimmig entschied sich das Publikum für »Weserstadion« – sicherlich auch, weil es der prominenteste und auch spannendste Platz war, an dem Wigald Boning während seines Experiments im Zelt genächtigt hatte.

Eingefleischter Werder-Fan

Für ihn als eingefleischten Werder-Fan sei es ohnehin eine besondere Nacht gewesen – es war die 100. Draußen-Übernachtung in Folge. Außerdem stand am kommenden Tag für die Grün-Weißen das Nord-Derby gegen den HSV an. So habe er sich als Platz, um sein Zelt aufzuschlagen, direkt die Mitte des Spielfelds als gutes Omen für einen Heimsieg ausgesucht und es so positioniert, dass er mit seinem Kopf auf dem Anstoß-Punkt lag.

Während sich der Entertainer auf die Siegesfeier seiner Mannschaft freute, machten sich die Stadion-Verantwortlichen eher Gedanken darüber, dass ihr prominenter Schlafgast die Heringe zur Befestigung des Zelts nicht zu tief in den Rasen und somit in die Rasenheizung drücken würde.

Auch die zwei weiteren gewünschten Kapitel »Wintereinbruch« und »Körperpflege« sorgten für Lacher und ließen weitere Fragen im Publikum aufkommen. Dann aber hatte er noch eine Frage: »Wo kann man denn in Herford gut zelten?« Anschließend gab er noch Autogramme und stand für Selfies zur Verfügung.

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