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HK-Umfrage bei Herforder Grundschulen

Elternvertreter befürworten Schulstart am Montag

Herford (WB)

Ab Montag wird an den Schulen wieder Präsenzunterricht angeboten. Den Anfang machen die Grundschulen und die Abschlussklassen der weiterführenden Schulen. Eine Umfrage dieser Zeitung bei den Elternvertretungen von Herforder Grundschulen ergab, dass die überwiegende Mehrheit die Schulöffnung begrüßt.

Hartmut Horstmann

Für die Grundschüler geht es am Montag mit dem Präsenzunterricht wieder los. Die Hälfte der Schüler bleibt zuhause, die andere Hälfte geht in die Schule – und das abwechselnd. Foto: dpa/Patrick Seeger

„Ich sehe das definitiv positiv“, fasst Imke Hoffmann (Schulpflegschaftsvorsitzende an der Eickumer Grundschule) die Stimmung zusammen. Für die Kinder seien vor allem die sozialen Kontakte ungeheuer wichtig: „Dieser Punkt ist bei vielen Diskussionen zu kurz gekommen.“ Hoffmann ist Mutter und Lehrerin zugleich, kennt also zwei Seiten. Sie sagt, die Rückkehr zum Präsenzunterricht sei für die Kinder, aber auch für Eltern am besten.

Von einem „Wechsel aus Präsenz- und Distanzunterricht“ spricht das Schulministerium – was laut Heidi Pahmeyer (Schulverwaltung Herford) meist zu einer Halbierung der Klassen in zwei Lerngruppen führt. Diese Gruppen wechseln sich dann bei der Schulpräsenz ab.

Das Ganze sei wegen der Koordination mit der Notbetreuungsgruppe eine große logistische Herausforderung, erklärt Theresa Nolte, Leiterin der Grundschule Radewig. Miriam Meier, stellvertretende Schulpflegschafts-Vorsitzende, blickt dem Montag sehr positiv entgegen – und weiß, dass sie nicht die einzige ist: „98 Prozent der Eltern befürworten, dass die Schule wieder losgeht.“ Und ihre Tochter, die an der GS Radewig die erste Klasse besucht, sowieso: „Sie wollte sogar wieder in den Kindergarten. So traurig war sie.“

Wie alle befragten Schulpflegschaftsvertreter akzentuiert sie auch den sozialen Aspekt des Schulbesuchs. Angst davor, dass sich an der Schule Corona ausbreiten könnte, hat sie nicht. Sie verweist auf die Hygiene-Bestimmungen, die eingehalten würden, und fügt hinzu: „Als Krankenpflegerin habe ich darauf sowieso einen anderen Blick.“ Die Kindergarten- und Schulschließungen habe sie immer kritisch gesehen.

Mit dieser Einschätzung trifft sie bei Julia Knöner, der stellvertretenden Schulpflegschafts-Vorsitzenden der GS Falkstraße, auf große Zustimmung. Eine weitere Schulschließung komme für sie nicht in Frage, überhaupt fordert sie: „Auch der Einzelhandel muss wieder öffnen dürfen.“ Von ihrem Sohn, der die dritte Klasse besucht, weiß Julia Knöner, dass er gerne zur Schule geht. Sie selbst sei berufstätig und alleinerziehend: „Da ist das alles nicht mehr schaffbar.“

Sara Pham, Schulpflegschafts-Vorsitzende an der GS Falkstraße, unterstreicht ebenfalls den sozialen Aspekt. Ihre jüngste Tochter freue sich auf die Schule. Die ältere, die die fünfte Klasse einer weiterführenden Schule besucht, sei traurig, dass sie zuhause bleiben muss.

Dass es aus der Elternschaft auch Bedenken gibt, hat Sebastian Reißer (Wilhelm-Oberhaus-Schule) erfahren. Er selbst ist wegen des Schulstarts zuversichtlich, denn die Grundschule sei bisher ohne Quarantäne durch Corona gekommen. Von den Eltern, die Bedenken äußern, weiß er, dass sie größtenteils die Notwendigkeit eines Schulstarts einsehen. Er kenne ein oder zwei Familien, die ihre Kinder gerne zu Hause behalten würden. Reißer abschließend: „Das sind aber Ausnahmen.“

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