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Spürhunde schlagen nicht an – Herforder Rathaus wieder freigegeben – mit Video

Entwarnung nach Drohanruf

Herford (WB). »Stopp! Keinen Schritt weiter!«, ruft ein Polizist und wedelt aufgeregt mit den Armen. Die junge Frau hält inne und fragt: »Was ist denn im Rathaus los?«

Moritz Winde

Eine Polizistin sperrt den Rathausplatz mit Flatterband ab. Am Montagmorgen meldete in der Zentrale ein Fremder, dass »eine Plastiktüte unbekannten Inhalts« im Gebäude deponiert worden sei. Foto: Moritz Winde

Es laufe ein Polizeieinsatz, antwortet ihr der Kommissar und bittet die Besucherin, einen Bogen um das Hauptverwaltungsgebäude zu machen. Etwas anderes bleibt ihr auch nicht übrig – sämtliche Eingänge und Zufahrten sind weiträumig abgesperrt.

Nach einem anonymen Drohanruf hat Bürgermeister Tim Kähler das Rathaus evakuieren lassen. Mehr als 200 Menschen – darunter 120 Mitarbeiter – müssen ins Freie. »Es besteht der Verdacht, dass explosives Material versteckt ist.« Auch wenn vieles für einen sehr schlechten Scherz spreche, wolle er kein Risiko eingehen.

In der »Knolle« bleibt die Mittagsküche kalt, weil der Rathaus-Keller – dort befindet sich das Restaurant – ebenfalls geräumt wird. An der gegenüberliegenden Markthalle müssen einige Arbeiten draußen unterbrochen werden. Weil umliegende Straßen gesperrt sind, werden Busse umgeleitet.

Der rätselhafte Hinweis geht gegen 9.30 Uhr in der Telefonzentrale ein. Der Fremde habe mitgeteilt, dass »eine Plastiktüte unbekannten Inhalts« im Rathaus deponiert worden sei, heißt es in einer Pressenotiz. Wer war der Mann am anderen Ende der Leitung? »Ich habe den Rückruf gewählt. Doch die Nummer war nicht vergeben«, sagt Personalchef Richard Rönn. Steckt ein Hacker hinter dem Anruf?

Dazu will sich die Polizei nicht äußern. Sie konzentriert sich am Montag auf die Suche, die sehr schwierig sei, wie Sprecher Uwe Maser erklärt: »Wir haben ja kaum Anhaltspunkte. Wer überall sucht, sucht nirgends.«

Weil die beiden Sprengstoff-Spürhunde aus Düsseldorf das für sie zu große Rathaus nicht komplett abschnüffeln können, werden am Nachmittag zeitgleich mehrere Beamte ins Gebäude geschickt. Zuvor hat schon Hausmeister Alan Tallis nach dem Rechten geschaut – und zwar auf den Fluren, in den Mülleimern, hinter den Türen und sogar auf den Toiletten. Am frühen Abend dann die Entwarnung: Polizeisprecher Maser: »Wir haben nichts Verdächtiges gefunden. Das Rathaus kann wieder geöffnet werden.«

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