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Auf seiner 1800-Kilometer-Tour durch Deutschland macht Tierschützer Malte Kleen in Herford Station

Er läuft und läuft und läuft...

Herford (WB). Mehr als 500 Kilometer hat er schon in den Beinen. „Klar, die ersten paar Tage waren nicht so einfach, gerade mit dem Rucksack in der Hitze, aber mittlerweile ist die Anstrengung verflogen“, sagt Malte Kleen, während er sich mit ein paar Dehnübungen auf dem Parkplatz an der Werrestraße gegenüber der Arbeitsagentur auf die nächste Etappe vorbereitet. Der Oldenburger will bis zum 4. Oktober mehr als 1800 Kilometer durch Deutschland laufen, von Nord nach Süd, von Flensburg nach Augsburg – alles für den Tierschutz.

Bernd Bexte

Malte Kleen (vorne) startete von den Werregärten gen Detmold. Mit dabei (v.l.) Dennis Pönitzsch aus Kempten, Sören Knopp aus Ostercappeln und Imke Hoffmann aus Herford. Foto: Bexte

Gestartet ist er am 6. August in Deutschlands nördlichster Stadt. Seine 17. Etappe führte den 33-Jährigen am Samstag nach Herford. Am Sonntagmorgen machte er sich mit ein paar Unterstützern auf die knapp 30 Kilometer lange Strecke nach Detmold. Warum tut er sich diesen Monstermarathon an? „Ich möchte auf den Tierschutz und die Gnadenhöfe und Tierpatenschaften aufmerksam machen, die der Verein ‚Laufen gegen Leiden‘ unterstützt.“ Kleen gehört dem etwa 400 Mitglieder zählenden veganen Sportverein an. Im zivilen Leben arbeitet er in seiner Heimatstadt in einem Biomarkt, ist also auch beruflich mit dem Thema Tierwohl vertraut.

Jeden Abend wird Wäsche gewaschen

„Und vor viereinhalb Jahren habe ich wieder mit dem Laufen begonnen, erst Halbmarathon, dann Marathon.“ Dann kam ihm die Idee zu einer längeren Tour über mehrere Wochen. „Zunächst hatte ich an den Jakobsweg gedacht.“ Letztlich sind es dann die 60 Etappen für den Tierschutz quer durch Deutschland geworden. Sein gesamtes Gepäck (6,5 Kilo) trägt Kleen in einem Rucksack. „Jeden Abend wird im Waschbecken gewaschen.“ An den meisten Tagen übernachtet er bei anderen Vereinsmitgliedern, in Herford etwa bei Imke Hoffmann, die sich ihm für zwei Tagesstrecken anschloss. Mit kleinen Umwegen: „Auf dem Weg von Minden nach Herford sind wir auch zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal hochgelaufen.“ Ansonsten kehrt er in Hotels und Jugendherbergen ein.

Den größten Teil der Strecke hat Kleen noch vor sich. „Da denke ich aber nicht dran, was zählt ist nur die Etappe des Tages, die vor mir liegt. Das ist so ein Trick, der es einfacher macht.“ Und die längste Tagesstrecke (47 Kilometer) hat er schließlich schon hinter sich.

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