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Polizei spricht Platzverweis gegen Topf-Trommler aus

Erneut Protest vor Moschee

Herford (WB). Diesmal war die Polizei mit einem größeren Aufgebot vor Ort: An der Herforder Ditib-Moschee ist es beim Muezzin-Ruf zum Freitagsgebet erneut zu Protesten gekommen – sowohl von links, als von rechts.

Moritz Winde

Polizisten geleiten Topf-Trommler Marcel Bauersfeld auf die andere Straßenseite. Foto: Moritz Winde

Die Stimmung war aufgeladen, es blieb jedoch friedlich. „So etwas kann sich aber schnell hochschaukeln“, sagte ein Beamter vor Ort. Wohl auch aus Sorge vor Krawallen hatten mehrere Streifenwagen-Besatzungen Stellung an der Bielefelder Straße bezogen.

Auch Marcel Bauersfeld versuchte wieder zu stören. Der 37-Jährige hämmerte auf dem Gehweg stehend mit einem Löffel auf einen Kochtopf.

Die Polizei reagierte schnell. Anders als eine Woche zuvor wurde der Mann allerdings nicht in Gewahrsam genommen. Bauersfeld kam der Afforderung augenblicklich nach, den Bereich direkt vor der Moschee zu verlassen.

Er wechselte auf die andere Seite der Bielefelder Straße, wo sich etliche Demonstranten und Schaulustige versammelt hatten Dort trommelte er weiter.

Neben Beifall von Anhängern der AfD, gab es zum Teil wüste Beschimpfungen aus dem mutmaßlich linken Lager. Ein aufgebrachter Muslime rief ihm beim Betreten des Moschee-Geländes zu: „Schäm dich, Junge!“ Gemeindemitglieder mussten ihn beruhigen, geleiteten ihn in Richtung des Gebetsraums.

Marcel Bauersfeld hatte mehrfach betont, unpolitisch zu sein. Er störe sich lediglich an dem Muezzin-Ruf. Die Antifa gibt an, er habe eine rechte Vergangenheit.

Mittlerweile protestiert der Herforder, der in unmittelbarer Nähe zur Moschee wohnt, seit fünf Wochen jeden Freitagmittag vor dem islamischen Kulturzentrum. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn wegen Störung der Religionsausübung.

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