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Junge Philharmonie OWL spielt Tschaikowskys »Romeo und Julia«

Es wird romantisch

Herford (WB). Gefühlvoller geht’s kaum: Die junge Philharmonie OWL bringt die ganz große Liebe zu Gehör. Die besten Nachwuchsmusiker der Region spielen Tschaikowskys »Romeo und Julia«. Premiere ist am 10. Juni im Schützenhof.

Moritz Winde

Werben für die junge Philharmonie: der musikalische Leiter Siegfried Westphal, Geigerin Aylin Peters und Siegfried Lux (Sparkasse Herford). Neben der Stiftung des Kreditinstituts gehören die Philharmonische Gesellschaft OWL sowie die Osthushenrich-Stiftung zu den Förderern. Das Projekt kostet jährlich etwa 27.000 Euro. Premiere ist am 10. Juni im Schützenhof. Foto: Moritz Winde

Ausgezeichnete Pianistin

Gerade einmal neun Probentage gibt’s, dann muss das hoch romantische Zusammenspiel klappen. Neben dem »Schlager« der Klassik des russischen Komponisten steht außerdem das Klavierkonzert Nr. 2 c-Moll seines Landsmanns Rachmaninoff sowie die Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 43 des Finnen Jean Sibelius auf dem Programm. Es handelt sich dabei um Stücke, die selbst Profis nicht aus dem Ärmel schütteln.

Für die drei Konzerte konnte die Ausnahme-Pianistin Sina Kloke aus Detmold gewonnen werden. Sie gehört zu den besten ihrer Generation und wurde mehrfach ausgezeichnet. Kloke trat schon in renommierten Konzertsälen auf, unter anderem in der Düsseldorfer Tonhalle, der Dresdner Semperoper oder der Steinway Hall in London.

Anspruchsvolles Repertoire

Trotz des anspruchsvollen Repertoires: Siegfried Westphal weiß, was sein Orchester drauf hat. »Notfalls üben wir eben bis Mitternacht«, sagt er. An drei Wochenenden versammelt der musikalische Leiter seine 75 Schützlinge im Jugendhof Vlotho, um an den sinfonischen Werken zu arbeiten. Es sei toll, mit welcher Leidenschaft die Jugendlichen bei der Sache seien.

Die junge Philharmonie OWL gehört zu den talentiertesten Nachwuchs-Orchestern. Mit von der Partie ist seit 2016 die Herforderin Aylin Peters. Sie schwärmt von dem Gemeinschaftsgefühl: »Man wird mitgerissen«, sagt die 19-Jährige, die gerade ihr Abitur am Ravensberger Gymnasium bestanden hat.

Drei Konzerte in OWL

Wie schafft man es in eine solches Hochbegabten-Truppe? Westphal sagt, es gebe ein Auswahlverfahren. »Weil wir ein gewisses Niveau voraussetzen, müssen die Musiker vorspielen.« Allerdings werde es schwieriger, Nachwuchs zu finden. Das macht der Dirigent vor allem an der Freizeitgestaltung – Stichwort Computer – und am Turbo-Abi fest: »G8 ist ein Kulturkiller. Wer um 16 Uhr Schulschluss hat, hat kaum noch Zeit, ein Instrument in die Hand zu nehmen.«

Die Termine: 10. Juni Schützenhof Herford, 30. Juni Konzerthaus der Musikhochschule Detmold, 1. Juli Rudolf-Oetker-Halle Bielefeld. Beginn ist jeweils um 18 Uhr, Werkeinführung um 17.15 Uhr. Vorverkauf-Tickets gibt es im Internet:

www.klassik-in-owl.de

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