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Eingeschränkte Sicht – WWS verhandelt mit Malerin über Projekt am Marta-Parkhaus

Fassadenkunst nur für Hotelgäste?

Herford (WB). Noch sieht das Parkhaus »Marta Areal« aus wie viele andere Zweckbauten dieser Art. Doch das dürfte sich bald ändern: Die Fassade vis-à-vis zur Rückseite des Intercity-Hotels soll mit einem Gewebe künstlerisch gestaltet und damit optisch aufgewertet werden.

Peter Schelberg

Mit ihren »Wall Works« hat die Künstlerin Esther Stocker unter anderem Parkhausfassaden künstlerisch gestaltet. Neues Projekt ist ein Gewebe an der Fassade des Parkhauses »Marta Areal« hinter dem künftigen Intercity -Hotel. Für Passanten von der Goebenstraße aus wäre nur ein Teil zu sehen. Foto: Peter Schelberg

»Wir sind im Gespräch mit der Wiener Künstlerin Esther Stocker«, bestätigte Magnus Kasner, Geschäftsführer der Stadttochter WWS, die das Parkhaus am Bahndamm über die Objektgesellschaft Elsbach-Areal betreibt. Wie der Entwurf aussehe, dazu könne und dürfe er allerdings noch nichts sagen. Für die Umgestaltung seien etwa 90.000 Euro budgetiert.

Reduzierte Formensprache

Die aus Südtirol stammende Malerin und Installationskünstlerin hat bereits andere Parkhäuser gestaltet und ist bekannt für eine reduzierte Formensprache aus Linien und Rastern in Schwarz und Weiß. Das gelochte Gewebe an der 83 Meter langen und zwölf Meter hohen Fassade soll nach Angaben von WWS-Geschäftsführer Heinz-Dieter Klein möglichst noch im Herbst 2019 angebracht werden – »abhängig vom Baufortschritt des Hotels«.

Ästhetische Aufwertung und praktischer Nutzen

»Ziel ist zum einen, dass die Gäste im rückwärtigen Teil des Hotels nicht direkt das Parkhaus vor Augen haben, und zum anderen soll auch ein Blendschutz erreicht werden«, erläuterte Klein: »Sonst würden die Scheinwerfer der Autos im Parkhaus direkt in die Hotelzimmer leuchten. So wird neben der ästhetischen Gestaltung der Fassade auch ein praktischer Nutzen erzielt.«

Dass der (Betrachtungs-)Abstand zwischen Hotel-Zimmern und Parkhausfassade lediglich elf Meter beträgt und für die meisten Fußgänger nur ein Teil der Fassade sichtbar ist, sieht WWS-Geschäftsführer Magnus Kasner nicht als Problem: »Von der Goebenstraße und dem Käthe-Elsbach-Platz ist die Sicht naturgemäß eingeschränkt. Aber aus dem Hotel heraus hat der Betrachter einen ausreichenden Abstand und einen relativ großen Blickwinkel.«

Die Situation vor Ort sei mit Esther Stocker und Marta-Direktor Roland Nachtigäller gemeinsam in Augenschein genommen worden. Kasner ist überzeugt: »Der Hotelgast wird das Kunstwerk vollumfänglich wahrnehmen können – das wirkt.«

»Herausforderung für die Künstlerin«

Der WWS-Geschäftsführer sieht eine Herausforderung für die Künstlerin darin, »dass ›näher dran‹ und ›weiter weg‹ unterschiedliche Wahrnehmungen mit sich bringen werden: »Esther Stocker ist sicher, die Aufgabe umsetzen und beiden Betrachtungsabständen Rechnung tragen zu können.«

Die künstlerische Gestaltung werde mit dem Marta und dem Investor des Intercity-Hotels abgestimmt: »Letztlich müssen ja alle mit dem Entwurf einverstanden und er muss auch umsetzbar sein.«

Mit den Arbeiten für das Kunstwerk könne begonnen werden, wenn die Gerüste auf der Hotel-Rückseite abgebaut und die Außenanlagen fertiggestellt sein, sagte Kasner. Ziel ist, dass die Fassadengestaltung mit Inbetriebnahme des Hotels fertig ist. Die war zuletzt für das Frühjahr 2020 avisiert worden.

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