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Besucherzahlen müssen wegen Corona-Regeln wohl deutlich eingeschränkt werden

Freibad-Saison startet in Herford nicht vor Juni

Herford (WB).In der Theorie dürfen seit heute die Freibäder öffnen. Die Praxis sieht in Herford aber anders aus: „Wir haben erst seit Montag die Vorgaben, an denen wir uns wegen Corona orientieren müssen“, sagt Markus Diering, Betriebsleiter der Stadtwerke Herford. Auf dieser Basis müsse man jetzt zunächst für jedes Bad ein Konzept erarbeiten, denn überall sind die Rahmenbedingungen anders.

Peter Monke

Bademeister Christian Henke schließt den letzten Schlauch zum Befüllen des Nichtschwimmer­beckens an. Wenig später heißt es dann: Wasser marsch. Bis das Becken voll ist, werden mehrere Tage vergehen. Foto: Peter Monke

Außerdem seien die Vorbereitungsarbeiten in den Bädern für den Saisonstart noch nicht komplett abgeschlossen. „Im Mai werden wir sicher noch nicht öffnen können“, sagt Diering. Klar sei außerdem schon jetzt, dass die Bäder in Herford und Hiddenhausen sowie das Spenger Waldbad zeitgleich geöffnet werden sollen. Diese Bäder werden von den Stadtwerkern Herford betrieben. Diering: „Bei einer gestaffelten Öffnung der Bäder hatten wir die Sorge, dass der Ansturm auf das zuerst geöffnete Bad zu groß geworden wäre.“

Am Beispiel des größten Herforder Freibades Im Kleinen Felde wird klar, warum sich Badegäste noch eine Weile gedulden müssen. Hier hat Bademeister Christian Henke am Dienstag gerade mit dem Befüllen des Nichtschwimmerbeckens begonnen. Das deutlich größere 50-Meter-Becken für die Schwimmer muss erst noch sauber gemacht werden.

Problematisch sind die heißen Tage

Bis ein Becken voll ist, vergehen mehrere Tage. „Denn einfach nur den Hahn aufdrehen, können die Bademeister nicht, sonst säßen die Haushalte rund um das Freibad schnell auf dem Trockenen. „Dafür ist die Wassermenge, die wir brauchen, einfach zu groß“, erklärt Christian Henke. Während des Befüllens halte er ständig Kontakt zu den Stadtwerken. Die geben vor, wann er den Wasserfluss drosseln oder zwischendurch auch mal ganz stoppen muss.

Ist das Becken voll, muss das Wasser über mehrere Tage auf angenehme 24 Grad aufgeheizt werden. Aus dem Schlauch kommt es mit etwa zehn Grad, was auch dem härtesten Schwimmer wohl zu kalt wäre. Überall im Freibad sind derzeit außerdem Handwerker unterwegs – reparieren Umkleidekabinen, spachteln bröckelnde Fugen auf den Treppen und in den Becken zu und prüfen, ob alles noch einwandfrei funktioniert.

Für wie viele Gäste diese Vorbereitungen in diesem Jahr getroffen werden, ist derzeit die spannendste Frage – auf die es noch keine Antwort gibt. „Es gibt ganz unterschiedliche Modelle, wie man das berechnen könnte. Einige orientieren sich an der Gesamtfläche des Bades, andere an der Wasserfläche, wieder andere schlagen vor, es über die Anzahl der Schließfächer zu regeln. Nur jedes dritte würde zum Beispiel belegt. Wenn die voll wären, käme keiner mehr rein“, erzählt Bademeister Christian Henke.

„Sobald die genauen Konzepte stehen, werden wir die Bevölkerung informieren“, verspricht Markus Diering. Problematisch seien vor allem die heißen Tage mit starkem Besucheransturm. „Da werden wir wohl damit leben müssen, dass bei weitem nicht jeder ins Freibad gehen kann, der will.“

Stunden-Tarif statt Tagesticket?

An den besten Tagen strömten in den vergangenen Jahren bis zu 2000 Menschen ins Freibad Im Kleinen Felde. Wie sehr man die Besucherzahl in diesem Jahr drosseln müsse, werde auch davon abhängen, wie diszipliniert sich die Besucher verhalten“, sagt Diering. Sicherheitspersonal, dass an heißen Tagen zusätzlich für Ordnung sorgen soll, sei bereits eingeplant. Im vergangenen Jahr habe man damit gute Erfahrungen gemacht.

Wie löst man Engpässe im Bad auf – zum Beispiel in den Umkleiden oder in den Duschen? Wie erfasst man, wie viele Besucher kommen und gehen? Muss jeder Besucher seine Personalien hinterlassen? Könnte die Einführung eines Stunden-Tarifs statt der Tageskarten dafür sorgen, dass mehr Besucher an einem Tag ins Freibad können? Und lässt sich das Ticket-System technisch und personell überhaupt kurzfristig umstellen? Es gibt viele Fragen, die bis zum Saisonstart noch zu klären sind.

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