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Vorschlag der Senioren-Union – Vergünstigung soll ein Jahr gelten

Führerschein abgeben und kostenlos Bus fahren

Herford (HK). Herforder, die älter als 70 Jahre alt sind und ihren Führerschein freiwillig abgeben, sollen ein Jahr lang kostenlos mit dem Bus fahren können. Diesen Vorschlag unterbreitet die Senioren-Union der CDU Herford.

Ralf Meistes

Wer über 70 ist und freiwillig seinen Führerschein abgibt, soll ein Jahr lang kostenlos Bus fahren dürfen. Über diesen Vorschlag der Senioren-Union der CDU soll der Sozialausschuss abstimmen. Foto: dpa

»Außerdem soll in den zwölf Monaten auch eine Begleitperson kostenlos den Bus nehmen können«, präzisiert Vorsitzender Dieter Wiedemann den Antrag, über den in der Sitzung des Sozialausschusses am 3. September abgestimmt werden soll. Der Senioren-Union der CDU gehe es darum, die Verkehrssituation in Herford zu verbessern und zugleich etwas für den Klimaschutz zu tun.

Hinweis auf Projekte in Rheine, Dortmund und Münster

Vorbilder für dieses Projekt gibt es bereits in den Städten Dortmund, Rheine und Münster, wenn auch mit unterschiedlichen Konditionen. Für Herford fordert die Senioren-Union, dass nach Ablauf des Jahres der Autofahrer, der seinen Führerschein abgegeben hat, ein »WeserWerre-Ticket« erwerben kann. Dieses Ticket ist für die Kreise Herford und Minden-Lübbecke gültig und kostet im Abo 35 Euro monatlich. Bisher können das »WeserWerre-Ticket« lediglich Personen erwerben, die Sozialleistungen nach dem SGB II, dem SGB XII und Wohngeld erhalten.

»Wir müssen Anreize schaffen«

»Damit möglichst viele ihren Führerschein abgeben und auf das Auto verzichten, müssen wir schon Anreize schaffen«, betont Wiedemann. Er selbst ist 74. Seine Frau und er haben beide noch ihren Führerschein und auch jeweils ein Auto. »Solange ich politisch noch aktiv bin, ist das nicht anders zu machen«, sagt der CDU-Ratsherr und Vorsitzende der Senioren-Union. Für den nächsten Rat, der 2020 gewählt wird, will er nicht mehr kandidieren. »Für die Zeit danach kann ich mir durchaus auch vorstellen, meinen Führerschein abzugeben, falls der Sozialausschuss unserem Vorschlag zustimmt«, bekennt der Kommunalpolitiker.

In der münsterländischen Stadt Rheine würden jährlich etwa 80 bis 100 Personen das Angebot annehmen und ihren Führerschein abgeben. Die Kosten hierfür übernimmt die Verkehrsgesellschaft der Stadt Rheine als 100-prozentige Tochter.

Ausschuss tagt am 3. September

In der Vorlage für den Sozialausschuss hat die Stadtverwaltung Herford die Kosten ermittelt, die entstehen würden, falls 80 Herforder ein solches Angebot annehmen würden. Pro Person samt einer Begleitperson müsste die Stadt jährlich 67.200 Euro aufbringen. Hinzu kämen Folgekosten, falls diese Senioren nach Ablauf der zwölf Monate das vergünstigte »WeserWerre-Ticket« erhielten.

»Natürlich kostet das auch Geld. Aber wir können uns nicht permanent über die Verkehrssituation und die Verschmutzung der Umwelt beklagen, ohne etwas zu tun«, sagt Wiedemann.

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