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Lernförderung des Kinderschutzbundes wieder am Start – „Kluft wird größer werden“

Hausaufgaben mit Mundschutz

Herford (WB). Am Eingang liegen Atemschutzmasken, eine Packung Desinfektionstücher und Plastikvisiere auf einem Tisch. Ja, auch die Lernförderung des Kinderschutzbundes wird in diesen Tagen von der Corona-Krise bestimmt. „Dabei sind wir froh, dass wir überhaupt wieder loslegen können“, sagt die verantwortliche Pädagogin Heike Weber.

Bernd Bexte

Christine Tscharniel hilft dem achtjährigen Kevin bei seinen Aufgaben. In der Lernförderung des Kinderschutzbundes am Münsterkirchplatz gelten die üblichen Corona-Schutzmaßnahmen – auch wenn das Abstandhalten nicht immer einfach ist. Foto: Bexte

Seit eineinhalb Wochen darf der Kinderschutzbund wieder seine seit mehr als 30 Jahren bewährte Lern- und Hausaufgabenhilfe anbieten – allerdings unter völlig anderen Bedingungen. Wo sonst bis zu 30 Kinder der ersten sechs Schuljahrgänge in der Woche unter Anleitung lernen (und spielen), gelten jetzt strenge Vorgaben. „Wir haben hier jetzt montags bis donnerstags zwei Gruppen mit jeweils maximal sieben Schülern, eine ab 14.30 Uhr, die andere ab 16 Uhr.“ Die Lernzeit wurde von gut zwei Stunden auf 75 Minuten verringert.

Eins-zu-Eins-Betreuung

Angeleitet werden die Mädchen und Jungen von drei pädagogischen Honorarkräften sowie Ehrenamtlichen des Kinderschutzbundes. Wegen der geringeren Schülerzahl ist jetzt eine Eins-zu-Eins-Betreuung möglich. Doch bevor es an die Hausaufgaben geht, wird darauf geachtet, dass alle gründlich die Hände waschen. Ein Mund- und Nasenschutz ist Pflicht. „Wir müssen auch Abstand halten, das ist aber nicht einfach, wenn man gemeinsam in die Bücher schaut“, sagt Christine Tscharniel, die dem achtjährigen Kevin bei seinen Aufgaben hilft. Sie haben den ganzen Raum für sich.

Ebenso Manuela Beiter, die auf der anderen Seite des Flures mit Fünftklässler David Geometrie-Aufgaben löst. Die hat der elfjährige RGH-Schüler für die schulfreie Zeit zugeschickt bekommen. „Nächste Woche kann ich aber wieder in die Schule, zumindest für einen Tag“, sagt er. Ob er sich darauf freut? „Na ja“, sagt er mit Blick auf sein Mathe-Buch diplomatisch. „Er hat mir erzählt, dass der Online-Unterricht super gewesen sei“, ergänzt Manuela Beiter. Es geht aber nicht nur ums Lernen. Weil die ansonsten üblichen Spielangebote ausfallen müssen, haben Mitarbeiterinnen des Kinderschutzbundes Päckchen mit Bastelmaterial für die Kinder gepackt, die sie mit nach Hause nehmen können.

Bei allem Einsatz befürchtet Heike Weber, dass die Corona-Krise für viele Schüler nicht ohne Folgen bleibt. „Das Leistungsgefälle wird danach größer sein als vorher.“

Noch gibt es Kapazitäten bei der Lernförderung. Infos unter Tel. 86747 oder unter info@Kinderschutzbund-Herford.de.

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