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Heinrich Korte (80) überlässt seine Bahn einem Museum bei Hannover – mit Video

Herforder gibt seine Modellbahn ans Museum ab

Herford (WB). Fast 30 Jahre hat die Herforder Kleinbahn im Keller von Friedrich Korte ihre Runden gedreht. Jetzt ist Schluss. Die Modellbahn im LGB-Maßstab kommt ins Museum.

Bernd Bexte

Heinrich Korte steuerte über viele Jahre in einer Kleinbahner-Uniform von seinem Schaltpult (rechts) aus die Modellbahnzüge über die Gleise. Damit ist jetzt aber Schluss.

»Ich bin mittlerweile 80 Jahre alt«, sagt Korte, der durch seine Auftritte mit der Herforder Marktorgel seit Jahrzehnten stadtweit bekannt ist. Er wolle die 35 Quadratmeter große Anlage, die ein Stück altes Herford en miniature darstellt, deshalb nun in andere Hände geben. »In Herford habe ich niemanden gefunden. Durch Kontakte zum Hannoverschen Straßenbahnmuseum hat es sich nun ergeben, dass die Bahn dort ein neues Zuhause finden kann.«

Sie dürfte eine der größten Modelleisenbahnen in der Region sein, als private Anlage war sie bislang der Öffentlichkeit aber nur selten zugänglich, etwa wenn Korte früher mit seiner Drehorgel auf Reisen ging und Teile der Modellbahn mit in den Lkw lud.

Gemaltes Herford-Panorama

»Anfang der 80er Jahre habe ich mit dem Bau begonnen«, erklärt Korte, der einst Koch in der Gastwirtschaft Brinkmann am Renntor war und später als Hausverwalter im Stelzenhaus arbeitete. Schon seit der Kindheit begeistert er sich für Eisenbahn und Busverkehr. Korte hat sogar schon einmal Konzept entworfen hat, wie der Alte Markt vom Busverkehr entlastet werden könnte.

Auf den Gleisen im Keller seines Hauses an der Schmiedestraße lenkt vor allem ein Zug die Blicke auf sich, der wie eine Kopie der 1966 stillgelegten Herforder Kleinbahn im Maßstab 1:22,5 anmutet. Passend dazu hat Korte den Herforder Kleinbahnhof – in dem historischen Gebäude ist heute die BKK HMR beheimatet – nachgebaut. Und Herbert Weitkamp, Vater des bekannten Herforder Künstlers Weizenfeld, malte ihm einst ein Panorama mit Sehenswürdigkeiten aus der Region: vom Herforder Rathaus über das Gradierwerk in Bad Salzuflen bis zur Weser in Vlotho.

Bald im Straßenbahnmuseum

»So richtig fertig war die Bahn erst im Jahr 2000«, erzählt Korte und rückt seine Schirmmütze zurecht. Bereits vor 50 Jahren hat er sich der Eisenbahn-Enthusiast eine Kleinbahner-Uniform maßschneidern lassen. In ihr steht er jetzt die letzten Tage am selbst gebauten Schaltpult und steuert den Zugverkehr über die 45-Millimeter-Spurbreite. Einiges ist aber bereits im Museum. »Die Leute haben sich das hier alles angeschaut und waren begeistert.«

Ja, das sei schon eine riesige Anlage, bestätigt Bodo Krüger vom Straßenbahnmuseum im kleinen Örtchen Sehnde bei Hannover. »Wir sind vor allem an den Schienen interessiert.« Diese würden benötigt, wenn Gastaussteller eigene Strecken vor Ort aufbauten. »Dann müssen die nicht immer alles mitbringen.« Das Museum verfügt neben »echten« Straßenbahnen über eine mehr als 200 Quadratmeter große Modellanlage – nach eigenen Angaben eine der größten Europas. Nach der Winterpause öffnet das Museum wieder am 7. April.

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