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Verein »Save Nemo« im Finale eines Google-Förderwettbewerbs

Herforder wollen Korallenriffe retten

Herford (WB). Farbenprächtige Korallen in wunderschönen Formen, bunte Schwärme von Fischen – so stellt man sich Korallenriffe und den Lebensraum von Nemo, dem bekannten Clownfisch, vor. Doch die Realität sieht oft anders aus, wie Diemo Niemann feststellen musste.

Peter Schelberg

Korallenschutz unter Wasser: So wie hier haben Diemo Niemann (links) und andere Mitglieder des Vereins »Save Nemo« in besonders beliebten Tauchrevieren Ankerpunkte installiert, an denen Boote an einer Boje befestigt werden können. Foto:

Die Schattenseiten des Tourismus

Der Herforder ist seit 30 Jahren begeisterter Sporttaucher und hat Unterwasser-Hotspots weltweit kennengelernt. »Leider sieht man, dass die Riffe immer stärker beschädigt werden«, verdeutlicht der 43-Jährige die Schattenseiten des Tourismus: »Was übrig bleibt, ist eine Unterwasserwüste statt lebendiger Korallenriffe.« Die Ursache: Bei jedem Tauch- oder Schnorchel-Ausflug bringen Boote Passagiere zu den Riffen und ankern dort: »Dabei wird jedes Mal etwa ein halber Quadratmeter Riff zerstört.«

»Einzigartige Korallenriffe werden Stück für Stück zerstört«

In den beliebtesten Tauchgebieten sind es täglich hunderte Boote: »So werden die einzigartigen Korallenriffe, die Heimat für viele Tiere sind, Stück für Stück zerstört«, erläutert Niemann. Beim Tauchurlaub auf der Karibikinsel Curaçao vor sechs Jahren kam er auf die Idee, wie Riffe mit geringem Aufwand geschützt werden könnten – die Geburtsstunde des gemeinnützigen Herforder Vereins »Save Nemo«.

»Save Nemo«-Mitglieder installieren feste Ankerpunkte für Boote

Zusammen mit Tauchschulen und Bootsvermietern in besonders betroffenen Regionen Asiens installieren Mitglieder feste Ankerpunkte mit einer Boje an Riffen. »Dadurch können die Boote immer an der gleichen Boje festmachen. Die Besatzung muss keinen Anker werfen, so bleibt ein großer Teil des Riffs unbeschädigt«, erläutert Ralf Kaireit, Chef der Herforder Werbeagentur K-Visions, der den Verein unterstützt.

Smarte Boje sammelt wertvolle Umweltdaten

Die Mooring-Ankerpunkte – große Betonblöcke, die etwa eine Tonne wiegen – sind so konzipiert, dass auf ihnen sogar neue Korallen wachsen können. Ein Tau verbindet sie mit einer Boje, an der die Boote fixiert werden. Die neueren Moorings sind sogar »smart«: Ein solargespeister Minicomputer in der Boje sammelt Daten zur Wasserqualität, Temperatur und Wellenhöhe.

Die liefern beispielsweise Tauchschulen oder Bootsführern vor Ort wertvolle Hinweise, ob die Bedingungen für einen Tauch- oder Schnorcheltrip günstig sind. »Dadurch bleiben Riffe in beliebten Urlaubsregionen intakt und wir leisten so einen wichtigen Beitrag zum ökologischen Gleichgewicht«, sagt Niemann. Der Architekt ist Vorsitzender des Vereins, dem weltweit 120 Mitglieder angehören, darunter 12 Herforder.

Im Finale des Förderwettbewerbs »Google.org Impact Challenge«

Für das innovative Projekt wurde »Save Nemo« ins Finale des Wettbewerbs »Google.org Impact Challenge« gewählt. Bei mehr als 2.500 Bewerbern schaffte es der Verein unter die besten 100 Projekte in Deutschland. Die Gewinner erhalten bis zu 500.000 Euro Fördergelder. Bis 6. Juni kann jeder über den Link https://goo.gl/CeyCBp über die Sieger der »Impact Challenge« abstimmen.

Weitere Infos unter: www.save-nemo.org

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