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Aufbau des Ausweich-Quartiers gestartet – Studenten sollen im September einziehen - mit Video

Hier kommen die Wohncontainer geflogen

Herford (WB). Langsam, fast lautlos schwebt der graue Klotz in die Höhe – hoch über die Köpfe der Bauarbeiter. Getragen von vier dünnen Stahlketten gleitet er wie ein Heißluftballon an den zugedachten Standort. In spätestens fünf Wochen soll das Containerdorf an der Wentworth-Kaserne fertig sein.

Jan Gruhn

Kommt ein Container geflogen: Die ersten Wohneinheiten für Studenten der Fachhochschule für Finanzen stehen bereit. Foto: Jan Gruhn

Die ersten der insgesamt 342 Wohneinheiten wurden jetzt auf dem früheren Sportplatz der Kaserne aufgestellt. Spätestens zum 3. September sollen die Studenten der Fachhochschule für Finanzen (FHF) einziehen. Ursprünglich sollte sich der Finanz-Nachwuchs in fünf umgebauten Wohnblocks der Hammersmith-Kaserne einrichten.  Nach dem Einspruch eines Herforder Architekturbüros bei der Generalplanung und erheblichen Verzögerungen war allerdings ein Ausweich-Konzept nötig geworden.

Strom und WLAN inklusive

 Zudem stellte sich vor Kurzem heraus, dass die Gebäude asbestbelastet sind. »Dreizehn Monate lang sollen die Container hier stehenbleiben«, erklärt Gebäudemanager Karsten Brocks den Plan. Allerdings ist mittlerweile fraglich, ob es dabei bleibt.

Doch jetzt müssen Bauleiter Matthias Janz von der Firma Algeco und sein Team erstmal dafür sorgen, dass die insgesamt 540 Container ihren Platz finden. Neben Wohnräumen gibt es Verbindungselemente, Sanitäranlagen und Technikräume. Etwa 17 Quadratmeter hat jeder Student zur Verfügung. Strom und WLAN inklusive. Die Einrichtung – darunter ein Bett, zwei Schränke und einen Schreibtisch – stellt die Stadtentwicklungsgesellschaft Herford (SEH). Weil es keine Küchen gibt, bekommen die Studenten Vollpension in der Mensa.

Es gibt sogar einen Ort zum Feiern

»Das ist ein Standard-System«, sagt Janz über die Anlage, die auf dem ehemaligen Rugby-Feld entsteht. Insgesamt werden sechs Blocks mit bis zu drei Stockwerken in die Höhe ragen. »Nebenan können sich die Studenten austoben«, sagt Brocks – und deutet auf die beiden alten Hartbelag-Sportplätze.

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), in dessen Besitz sich das Gelände befindet, hat sogar das ehemalige Sportheim zur Nutzung freigegeben. Brocks: »Da sollen sie feiern können.« Praktisch: der große, gemauerter Grill.

Auch wenn noch nicht absehbar ist, ob die Studenten nach einem Jahr wie geplant aufs Hammer-smith-Gelände umziehen können: »Die Container sind zu 100 Prozent wiederverwendbar«, sagt Bauleiter Janz. »Sie werden gereinigt und sind dann so gut wie neu.«

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