1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Herford
  6. >
  7. Hier verschwindet ein Stück Herforder Schulgeschichte

  8. >

Hauptgebäude am RGH wird Mitte Februar abgerissen

Hier verschwindet ein Stück Herforder Schulgeschichte

Herford

Einige Fische schwimmen noch im Schul-Aquarium, ein paar Skulpturen aus dem Kunstunterricht warten darauf, abtransportiert zu werden. Ansonsten ist am Ravensberger Gymnasium (RGH) in der Werrestraße alles für den Abriss bereit, der Mitte Februar beginnen soll.

Ralf Meistes

Die Szene aus dem Dschungelbuch als Wandbild hat die RGH-Schüler in den vergangenen Jahren begleitet. Mit dem Abriss verschwindet auch das Bild. Foto: Ralf Meistes

Der Teil der Schule, in dem der Verwaltungstrakt samt Lehrerzimmer, die naturwissenschaftlichen Räume sowie Kunst- und Musikräume untergebracht waren, muss abgerissen werden, weil der Brandschutz nicht mehr gewährleistet ist. Also wird der 1961 errichtete Gebäudetrakt samt Mensa in den kommenden Monaten abgetragen.

33 Millionen Euro investiert die Stadt in einen Teilneubau, in eine neue Sporthalle sowie die Sanierung der Klassenräume, die erhalten bleiben. In zwei Jahren, im Februar 2023, soll alles fertiggestellt sein, wobei die neue Sporthalle vermutlich ein Jahr früher genutzt werden kann.

Die 371 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 9 bis zur Oberstufe würden jetzt eigentlich in dem Containerdorf gegenüber der Schule unterrichtet. Wenn aufgrund der Corona-Pandemie nicht Distanz-Unterricht angesagt wäre. Gleiches gilt für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5 bis 8 (derzeit 388 Schüler), die in der Um- und Neubauphase in der ehemaligen Hauptschule Meierfeld unterrichtet werden.

Im Altbau, der in vier Wochen abgerissen wird, sind die meisten Wände kahl. Bis auf die Flächen, die in den vergangenen Jahrzehnten von den Kunstkursen gestaltet worden sind. Im Treppenhaus steht noch ein Aquarium. „Die Fische, die sich dort drin befinden, kommen in ein neues Aquarium, das wir im Neubau aufstellen werden“, sagt Martin Krull, stellvertretender Abteilungsleiter des Immobilien- und Abwasserbetriebs (IAB) der Stadt.

Bereits abgetragen und beim Restaurator liegt die Gefallenentafel aus Holz, die an 116 Gefallene des 1. Weltkriegs erinnert. Auch sie soll im Neubau wieder aufgestellt werden. Die über 20 Quadratmeter große Eichenholztafel wurde vom „Verein ehemaliger Schüler der Landwirtschafts- und Realschule zu Herford“ errichtet.

Erhalten bleibt die Gasheizung im Keller des Schultrakts. Von hier aus wird nicht nur die Schule sondern auch das Theater mit Wärme versorgt. Übrigens: Wenn 2023 der Neubau bezugsfertig ist, dann sollen dort keine Autos mehr die Werrestraße entlangfahren. Das Teilstück soll als Schulhof mit genutzt werden.

Startseite