Feuerwehr und Polizei beenden Suche nach vermeintlich Vermisster in Herford

Horror-Szenario wohl nur ausgedacht

Herford

Am Ende war es wohl viel Aufregung um nichts: Polizei und Feuerwehr haben die Suche nach einer vermeintlich vermissten Jugendlichen in Herford an der Werre in der Nacht zu Samstag ergebnislos abgebrochen – und wollen sie auch nicht wieder aufnehmen.

Moritz Winde 

Der Bereich an der Werre ist am frühen Samstagmorgen noch mit Flatterband abgesperrt. Foto: Moritz Winde

Der Fall sei so gut wie abgeschlossen, sagt am Morgen ein Polizeisprecher. „Wir gehen davon aus, dass sich keine leblose Person im Wasser befindet.“

Mehrere Stunden hatte seit dem Abend ein Großaufgebot von Feuerwehr, DLRG und Polizei den Bereich rund um das Freizeitbad H2O durchkämmt, nachdem drei Kinder Alarm geschlagen hatten. Sie wollten gesehen haben, wie ein Mann ein 16 bis 18 Jahre altes Mädchen in der Werre ertränkt habe. Auch Hilfeschreie wollten sie gehört haben. Auf diese Zeugenaussagen hatte sich der gesamte Einsatz gestützt.

Haben sich die Kinder dieses Horror-Szenario lediglich ausgedacht? Die Polizei unterstellt ihnen keine böse Absicht, spricht sogar ein Lob aus: „Sie haben alles richtig gemacht und vorbildlich reagiert.“

Allerdings glauben die Ermittler inzwischen, den Kindern wurde „ein Bären aufgebunden“. „Es gab wohl ein Paar, das am Ufer in Streit geraten ist. Der Rest aber wurde offenbar von zwei anderen Jungs erfunden und den Kindern erzählt. Die haben es dann geglaubt“, so der Polizeisprecher weiter. Wer diese Jungs sind, sei unklar.

Fakt ist: Am Ufer seien keinerlei Spuren gefunden worden, die auf einen Kampf hindeuteten. Licht ins Dunkel könnte das Paar selbst bringen, doch das habe sich bisher nicht gemeldet.

Bereits während der aufwendigen Suche waren erste Zweifel an der Geschichte aufgekommen. Feuerwehr-Sprecher Christoph Büker sagte: „Einen in der Werre treibenden Menschen hätten wir mit großer Wahrscheinlichkeit gefunden. Die Strömung ist nicht stark, das Wasser ist recht klar.“

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