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Grundsatzbeschluss: Kreisausschuss befürwortet 4,5-Millionen-Euro-Projekt

Hospiz soll in Herford gebaut werden

Herford (WB). Das Votum war einstimmig: Der Kreisausschuss hat am Mittwoch den Weg zur Errichtung eines stationären Hospizes in Herford frei gemacht. Ziel ist, den Betrieb innerhalb der nächsten drei Jahre aufzunehmen.

Peter Schelberg

Ein stationäres Hospiz bietet eine umfassende Pflege, Unterstützung und Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen. Ein solches Betreuungsangebot gibt es im Kreis Herford bislang allerdings noch nicht. Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Kostenaufwand wird auf 4,5 Millionen Euro geschätzt

Die Einrichtung soll die Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen im Kreis Herford verbessern, Betroffenen und ihren Angehörigen eine wohnortnahe Begleitung ermöglichen. Der Kostenaufwand wird auf 4,5 Millionen Euro geschätzt. Im Fokus steht bereits ein Gebäude in der Innenstadt, das im Eigentum des Klinikums Herford steht und grundsätzlich geeignet erscheint.

Machbarkeitsstudie in Vorbereitung

Nun soll geprüft werden, ob die Immobilie den Anforderungen gerecht wird und wie teuer Ankauf und Umbau werden würden. Landrat Jürgen Müller wurde unter anderem beauftragt, die Auftragsvergabe für eine Machbarkeitsstudie vorzubereiten. Träger soll eine unselbständige Stiftung »Hospiz- und Palliativversorgung im Kreis Herford« unter dem Dach der Stiftung »Zukunft im Wittekindskreis (ZIW)« werden.

Als Betreiber ist ein gemeinnütziger Träger vorgesehen. Dieser würde einen Versorgungsvertrag mit den Krankenkassen schließen, die die Grundfinanzierung sicherstellen. Die erfahrungsgemäß entstehende Finanzierungslücke soll mittel- und langfristig vor allem durch Spenden geschlossen werden. Mit Betriebsbeginn muss das Personal für eine maximale Belegung vorgehalten werden.

Finanzierungslücke soll durch Spenden geschlossen werden

Dies dürfte zu einer höheren Finanzierungslücke in der Anfangsphase führen: Hierfür werden im ersten Jahr bis zu 320.000 Euro veranschlagt. Diesen Betrag soll Kämmerer Christian Zierau – ebenso wie die Einrichtungskosten von 4,5 Millionen Euro – in den Haushaltsplan einstellen. Die Finanzierung des Defizits und die Spendenakquise übernimmt der Träger. Im Stiftungszweck soll ambulante Hospizarbeit berücksichtigt werden, um eine Einbindung anderer Organisationen und Vereine zu ermöglichen.

Einer der letzten Kreise in NRW ohne stationäre Hospiz-Versorgung

Landrat Jürgen Müller verwies darauf, dass der Kreis Herford einer der wenigen Kreise in NRW sei, der keine Hospiz-Versorgung anbieten könne. Er benötige die Unterstützung des Kreisausschusses, um das Verfahren voranzutreiben, betonte der Verwaltungschef: »Meine Gesprächspartner möchten auch ein politisches Votum für dieses Projekt haben.«

Stephen Paul (FDP): »Der Knoten ist durchgeschlagen.«

SPD-Fraktionschef Wolfgang Tiekötter dankte Müller für dessen Engagement für ein Hospiz: »Jeder, der in der Familie oder im Bekanntenkreis dieses Thema hatte, weiß, was wir im Kreis Herford nicht haben. Mit diesem Einstieg sind wir auf dem richtigen Weg.« Auch die CDU sehe die »dringende Notwendigkeit, diese Lücke im Kreis Herford zu schließen«, betonte Michael Schönbeck: »Und wir würden uns freuen, wenn das Projekt schneller als in den vorgesehenen drei Jahren umsetzbar wäre.« Stephen Paul (FDP) erinnerte daran, dass seit zehn Jahren versucht werde, eine Lösung zu finden: »Jetzt ist der Knoten durchgeschlagen. Das ist auch eine tolle Unterstützung für alle, die in der Hospizbewegung ehrenamtlich aktiv sind.«

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