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Nach Brand an der Salzufler Straße in Herford: Kähler spricht von »Kommunikationspanne«

Hydranten-Panne: Stadt räumt Fehler ein

Herford (WB). Eine mangelhafte Kommunikation zwischen Stadtwerken und der Herforder Feuerwehr war die Ursache dafür, dass die Einsatzkräfte bei einem Brand an der Salzufler Straße am vergangenen Samstag zunächst zwei abgestellte Hydranten angezapft hatten.

Ralf Meistes

Die Löschwasserversorgung sei bei dem Brand an der Salzufler Straße zu jederzeit gegeben gewesen, teilt die Stadt in einer Stellungnahme mit. Es habe nur »geringfügig länger« gedauert, weil man auf den nächsten Hydranten ausweichen musste. Foto: Moritz Winde

Mehrtägige Fehlersuche

Das ist das Ergebnis einer mehrtägigen Fehlersuche der Herforder Stadtverwaltung. Wie berichtet, waren bei dem Wohnhausbrand neben der Elan-Tankstelle keine Menschen zu schaden gekommen. Allerdings mussten die Löschschläuche bis zur Kastanienallee gelegt werden, weil aus den beiden Hydranten in unmittelbarer Nähe kein Wasser kam.

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»Einsatzfähigkeit war zu 100 Prozent gegeben«

Eine »Kommunikationspanne« zwischen Stadtwerken und Feuerwehr habe dazu geführt, dass die Einsatzkräfte vor Ort nicht gewusst haben, dass die beiden Hydranten kein Wasser führten. In unmittelbarer Nähe habe es allerdings einen wasserführenden Hydranten gegeben, von dem die Einsatzkräfte am Samstag aber ebenfalls nichts wussten. Dennoch sei die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr jederzeit zu 100 Prozent gegeben gewesen, teilte Bürgermeister Tim Kähler am Mittwoch mit.

Zu den Umständen der Hydranten-Panne heißt es in einer Mitteilung der Stadt: »Im Rahmen der Bauarbeiten an der Salzufler Straße hatten die Stadtwerke auf der Höhe des Brandhauses eine neue Wasserleitung verlegt. Damit die Straße ausgebaut werden konnte, wurde der Hydrant von der Fahrbahn in den Bürgersteig gelegt. Die zwei alten betroffenen Hydranten wurden anschließend mit der alten Wasserleitung außer Betrieb genommen.« Die stillgelegte Leitung sei nicht entfernt worden.

Widersprüche zwischen Stadtwerken und Feuerwehr

Die Stadtwerke Herford behaupten nun, sie hätten diesen Sachverhalt auch der Herforder Feuerwehr mitgeteilt. Feuerwehr-Chef Michael Stiegelmeier hatte allerdings bereits am Montag gegenüber dieser Zeitung erklärt, keine Meldung erhalten zu haben.

»Aus Fehler lernen«

Angesichts der unterschiedlichen Aussagen hat Bürgermeister Tim Kähler den zuständigen Beigeordneten Matthias Möllers gebeten, den Vorgang zu nutzen, um mit den Beteiligten Gespräche zu führen. Kähler soll anschließend mitgeteilt werden, wie Informationswege verbessert werden können, »damit sich eine solche Situation nicht wiederholt und was wir aus diesem Fehler lernen«. Zugleich betonte Kähler, die Löschwasserversorgung am vergangenen Samstag sei zu jederzeit gegeben gewesen, »es dauerte nur geringfügig länger«.

Digitaler Hydrantenkataster

Aktuell laufe ein Projekt zur Einführung eines digitalen Hydrantenkatasters bei der Koordinierungsstelle des Kreises, in dem zukünftig alle Daten für die Feuerwehr digital verfügbar sind. Zur Zeit sei das System aber noch nicht ausgereift.

Am Mittwoch konnten auch die Brandsachverständigen der Polizei das ausgebrannte Gebäude betreten. Seitdem steht fest: Ein technischer Defekt eines Küchenherdes hat das Feuer in dem Wohnhaus ausgelöst.

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