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Marion Maw (CDU) schreibt an das Ordnungsamt Herford – Sobek: »Kontrollen nur sporadisch«

Immer mehr wilder Müll

Herford (WB). Es gleicht dem Hase-und-Igel-Spiel: Kaum haben Mitarbeiter der SWK oder Pro Aktiv den Müll an einer Straße beseitigt , türmen sich zwei Straßen weiter Berge von Unrat. »Besonders schlimm ist es derzeit an der Stuckenbergstraße«, sagt CDU-Ratsfrau Marion Maw.

Ralf Meistes

Anwohner der Karlstraße und der Stuckenbergstraße haben diese Fotos gemacht. Immer häufiger wird Müll illegal neben Altkleider- oder Glascontainern entsorgt. Laut Ordnungsamt sind Kontrollen aufgrund der personellen Situation nur sporadisch möglich. »Das Grundproblem wird bestehen bleiben«, heißt es. Foto:

Die engagierte Politikerin hat deshalb in der vergangenen Woche das Ordnungsamt der Stadt Herford angeschrieben. Inhalt der E-Mail: Fotos, die den Müll an den Containern an der Stuckenbergstraße (in Höhe des Spielplatzes) sowie in der Karlstraße zeigen.

Unbekannte entsorgen wöchentlich unerlaubt Müll

Die Fotos waren der CDU-Ratsfrau zuvor von einer Anwohnerin übermittelt worden. Wöchentlich, so Maw, würden Unbekannte am Glascontainer an der Karlstraße ihren Müll entsorgen. Ähnlich verhalte es sich an der Stuckenbergstraße. In einer E-Mail an Ordnungsamtsleiter Lothar Sobek schreibt die CDU-Ratsfrau: »Sie werden die Schwierigkeiten sicher kennen, aber für die Menschen, welche in unmittelbarer Nachbarschaft wohnen, ist es keine angenehme Situation.« Schließlich hätten Anwohner sogar Leute angesprochen, die an der Stuckenbergstraße ihren Müll illegal entsorgen wollten. Dabei sei den Anwohnern gedroht worden. Das Schreiben von Marion Maw endet mit dem Satz: »Vielleicht könnte dort häufiger kontrolliert werden.«

Die Antwort der Stadtverwaltung ließ nicht lange auf sich warten. Ordnungsamtsleiter Lothar Sobek konnte immerhin vermelden, dass der Betreiber des Altkleider-

Containers an der Stuckenbergstraße den Bereich gesäubert hat. Zugleich räumt Sobek aber ein: »Das Grundproblem der bequemen Müllentsorgung wird sicherlich bestehen bleiben. Kontrollen sind im Rahmen der personellen Möglichkeiten leider nur sporadisch möglich, wobei die illegalen Müllentsorger in der Regel nicht ermittelt werden können.«

Entsorgung des illegalen Mülls kostet jährlich 60.000 Euro

Denn meistens werde der Unrat in den Abend- und Nachtstunden neben den Containern abgelegt. Dabei sind in der Vergangenheit die 50 Containerstandorte im Stadtgebiet von Mitarbeitern des Projektes Pro Aktiv angesteuert worden, um den Müll einzusammeln. Jährlich kostet die Entsorgung des illegalen Mülls die Stadt Herford – und damit den Steuerzahler – etwa 60.000 Euro.

Deshalb sucht die Stadtverwaltung zuweilen im Müll auch nach Hinweisen auf den Verursacher. So sind in den illegal entsorgten Säcken durchaus auch schon Briefe

gefunden worden, die zumindest den Kreis der Verdächtigen einschränkt. Dennoch ist die Aufklärungsquote in dem Bereich überschaubar. So werden pro Jahr im Schnitt 15 bis 20 Bußgeldverfahren wegen illegaler Müllentsorgung eingeleitet.

Die Stadt hat in den vergangenen Jahren durchaus Initiativen ergriffen, damit Herford sauberer wird. So gab es große Müllsammel-Aktionen , an denen sich viele ehrenamtlich beteiligt haben. An einem Märzwochenende dieses Jahres wurden unter anderem zwei Tonnen Müll gesammelt. Leider scheint die Zahl derer, die ihren Unrat illegal entsorgen, ebenfalls zugenommen zu haben.

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