1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Herford
  6. >
  7. In der Welt unterwegs, in Herford zuhause

  8. >

Mitteldeutscher Schaustellerverein feiert 125-jähriges Bestehen im Go Parc

In der Welt unterwegs, in Herford zuhause

Herford (WB). „Tradition“ war das meistgesagte Wort beim Jahresempfang des Mitteldeutschen Schaustellervereins in der Diskothek Go Parc und steckte bezeichnenderweise auch im Titel der Veranstaltung: „125 Jahre Tradition“. Gemeint ist aber nicht nur Folklore der eigenen Geschichte, sondern auch die Suche nach Antworten auf die Fragen der Zukunft in der Vergangenheit.

Thomas Meyer

Drehorgelspieler Friedrich Korte sorgt für Jahrmarktatmosphäre bei der Veranstaltung. Foto: Thomas Meyer

Dabei machten Vereinsvorsitzender Willi Parpalioni und Landtagspräsident André Kuper, der die Schirmherrschaft übernommen hatte, keinen Hehl aus dem schwierigen Stand der Schausteller in der heutigen Zeit. „Kirmes oder Kirchmess war für die Leute damals oft die einzige Abwechslung im oft harten Alltag, etwas Leichtes, Erfreuliches. Sie waren darauf angewiesen, dass Schausteller in ihre Stadt oder ihr Dorf kamen, wo sie es doch selbst kaum verlassen konnten“, erinnerte Kuper.

Heute, mit einem Überangebot an Unterhaltungsmöglichkeiten, sei eine völlig andere Zeit, die den Schaustellern Leidenschaft, Herzblut, Einsatz und den Verzicht auf Freizeit abverlange.

Blick auf die „heimlichen Malocher“

Parpalioni erklärte, Schausteller seien Menschen, die den Problemen ins Auge sähen, die anpackten, handelten und auch innovativ sein müssten. Dabei setze der Mitteldeutsche Schaustellerverein auch darauf, die Jugend und die Damen, die „heimlichen Malocher“, besonders zu repräsentieren und zu fördern.

Herford als Keimzelle des Deutschen Schaustellerbundes (DSB) sei in Sachen Kirmes ein sehr wichtiges Pflaster für die Schausteller. „Die Stadt sorgt seit jeher für gute Verdienstmöglichkeiten für uns. Die Kooperation mit der Pro Herford erlaubt tolle Kirmeskonzepte, deren Zuspruch stetig steigt“, lobte Willi Parpalioni. Das Lob nahm Bürgermeister Tim Kähler gern entgegen, der neben DSB-Präsident Albert Ritter zu den Ehrengästen des Abends gehörte.

Der Auftakt bildete ein Fahneneinmarsch aller DSB-Mitgliedsvereine und Untergruppen zum Drehorgelspiel von Friedrich Korte – auch das war Tradition pur.

Startseite