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Betrunkenes Quartett baut an großer Herforder Kreuzung Unfall

Keiner will gefahren sein

Herford

Wer hat die Ampel an der Herforder City-Kreuzung an der Ecke Berliner Straße/Bergertorstraße plattgewalzt? Die Polizei hat vier Verdächtige im Auge. Aber keiner der vier alkoholisierten Jugendlichen (17 und 18 Jahre) will den Mitsubishi Colt gefahren haben. Fest steht nur: Der Sachschaden ist immens.

Daniel Salmon

Der Mitsubishi kommt erst auf der umgefahrenen Ampel zum Stehen. Foto: Daniel Salmon

Montagabend, 28. Dezember, kurz nach 20 Uhr: Der Kleinwagen steht auf dem Mast der Lichtsignalanlage, die komplette Ampelanlage ist ausgefallen. Um den Mitsubishi stehen drei junge Männer und eine junge Frau, werden von Beamten zu dem Unfall befragt.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei war das Quartett auf der Johannisstraße unterwegs, wollte auf der Kreuzung nach links in die Berliner Straße einbiegen. Aber das Manöver ging gehörig schief. Der Mitsubishi krachte zunächst gegen die Betonwand eines Pflanzbeets, fällte dann den Ampelmast und blieb dort stehen. Laut Zeugenaussagen kletterten die Jugendlichen das Auto zunächst und wollten türmen. Die alarmierte Polizei griff alle vier aber schon wenig später auf.

Doch keiner von ihnen will am Steuer des Unfallautos – es gehört dem Vater eines der Jugendlichen – gesessen haben. „Zudem haben sie ausgesagt, dass ein anderer Wagen sie von der Fahrbahn abgedrängt haben soll. Möglicherweise waren sie zu schnell unterwegs, haben daher die Kurve nicht richtig gekriegt“, berichtete ein Beamter am Unfallort. Klar ist rasch: Alle Jugendlichen haben Alkohol getrunken. Ein erster Atemalkoholtest fällt positiv aus. „Außerdem hat es im Auto nach Cannabis gerochen“, erklärt der Beamte weiter. Die Jugendlichen müssen zu einer Blutprobenentnahme für weitere Tests mit zur Wache. Einem der Beteiligten schmeckt das gar nicht. Während der Unfallaufnahme verhält er sich den Ermittlern gegenüber aggressiv.

Mitarbeiter eines Abschleppunternehmens bergen den demolierten Mitsubishi von der Ampel. Mit Muskelkraft biegt ein Beamter den gefällten Mast von der Fahrbahn wieder in Richtung Gehweg zurück. Für die Dauer der Unfallaufnahme bleibt die Kreuzung für knapp 90 Minuten zumindest teilweise gesperrt.

Zwar rücken noch am Abend Techniker aus, um den Defekt an der Lichtzeichenanlage an der kompletten Kreuzung zu beheben. Die Ampeln funktionieren aber auch am Mittwochmorgen noch nicht. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf etwas 30.000 Euro. Die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang und wer den Kleinwagen gesteuert hatte dauern an.

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