Hiddenhauser Hans-Joachim Schrauwen steht Künstlerforum Herford vor – ungewöhnliches Projekt hält kreativen Austausch am Leben

Kettenbilder in Zeiten der Kontaktsperre

Hiddenhausen/Herf...

Fernab von Termindruck und gesellschaftlichen Verpflichtungen bietet die Corona-Krise manchem kreativen Kopf vor allem eines: Zeit, sich seinem Hobby zu widmen.

Daniela Dembert

Foto: Privat

Nicht anders ergeht es den Mitgliedern des Künstlerforums Herford. Wermutstropfen: Es fehlen die Möglichkeiten, miteinander in kreativen Austausch zu treten und die Gelegenheiten, die erschaffene Kunst öffentlich zu zeigen.

„Mit Corona kam so ziemlich alles durcheinander, was schon angelaufen oder in Planung war“, berichtet Hans-Joachim Schrauwen, Vorsitzender des Netzwerks aus Hiddenhausen, in dem 53 Künstler aus den Bereichen Malerei, Bildhauerei, Schnitzkunst, Fotografie und Metallbearbeitung vertreten sind.

Ein Speckstein-Workshop habe im vergangenen August allen Umständen zum Trotz stattfinden können, weil unter freiem Himmel gearbeitet wurde, berichtet der Vereinsvorsitzende. Diverse Ausstellungen hätten sowohl im vergangenen wie in diesem Jahr abgesagt werden müssen. Bei denen, die stattgefunden haben, war die Besucherresonanz mau. Schrauwen: „Wir waren mehrfach mit Präsentationen im Kreishaus vertreten, haben aber festgestellt, die Leute scheuen sich, wenn sie am Eingang erst ihre Kontaktdaten hinterlegen müssen, um einen Blick in die Ausstellung zu werfen.“

Um Kunstinteressierten trotzdem einen Blick auf die vielfältigen Produktioneninnerhalb des Künstlerforums gewähren zu können, hat der Verein eine Online-Galerie eingerichtet. Jede Woche werden in einer kurzen Diashow Werke eines Künstlers präsentiert. Drei Wochen lang sind die Videos auf der Startseite der Internetpräsenz des Vereins zu sehen, danach können sie weiterhin in der Online-Galerie eingesehen werden.

Hans-Joachim Schrauwen sieht‘s positiv: „Da wir 53 Künstler im Verein haben, können wir das noch so lange fortführen, bis wieder richtige Ausstellungen möglich sind.“

Eine in einem Meer aus Blumen beinah verschwindende Treppe zeigt dieses Aquarell von Michael Wallenfang. Foto: Privat

Weil coronabedingt nicht nur Ausstellungen und Veranstaltungen wurden, sondern auch das komplette Vereinsleben lahmgelegt, hat das Künstlerforum ein ungewöhnliches Projekt begonnen. Auf Anregung des Gründungsmitglieds Gerhard Knollmann aus Enger entstehen Kettenbilder. Mit dem Projekt soll das Netzwerk nach der langen Durststrecke neu belebt werden.

Mehrere Künstler arbeiten – völlig coronaschutzkonform – nacheinander an einem gemeinsamen Werk. Dabei entstehen für die Mitwirkenden selbst interessante, vor allem überraschende Werke, denn jeder Künstler bringt sich mit seinem eigenen Stil und mit seiner eigenen Perspektive auf das ein, was bereits von seinen Vorgängern auf die Leinwand gebracht wurde. Die Entstehung des ersten Bildes ist ebenfalls im Online-Auftritt des Künstlerforums dokumentiert.

„Das hat den mitwirkenden Künstlern sehr viel Spaß gemacht“, sagt Hans-Joachim Schrauwen – und fügt hinzu: „Gewiss werden sich noch weitere in dieses Projekt einbringen.“

www.kuenstlerforum-herford.de

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