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Rettungssanitäter prallt gegen Automatiktür und zieht gegen Supermarkt vor Gericht – Urteil im September

Kläger hat wohl wenig Aussicht auf Erfolg

Herford (WB). Noch ist nichts entschieden, ein Urteil gibt es noch nicht: Doch der 48 Jahre alte Rettungssanitäter, der an der Schwarzenmoorstraße vor eine Supermarkttür gelaufen war und sich schwer verletzt hatte, scheint mit seiner Klage offenbar wenig Aussicht auf Erfolg zu haben.

Bernd Bexte

Der Mann war im Juni vergangenen Jahres vor die Automatiktür des Markant-Marktes an der Schwarzenmoorstraße gelaufen. Weil er sich die Nase brach, verlangt er Schmerzensgeld. Foto: Bexte

Das wurde bei der Verhandlung am Mittwoch vor der 6. Zivilkammer des Landgerichts Bielefeld deutlich. Richter Phil Gabler verwies unter anderem auf einen ähnlichen Fall, der bereits vor dem Oberlandesgericht Koblenz ausgeurteilt worden sei. Die Klage sei abgewiesen worden.

Gabler will das Urteil im Herforder Fall am 23. September verkünden. Beide Parteien halten derweil an ihren Anträgen fest: Der Rettungssanitäter verlangt mindestens 10.000 Euro Schmerzensgeld sowie im Falle weiteren Schäden eine Schadensbegleichung. Supermarkt-Betreiber Oliver Näthe fordert die Abweisung der Klage. Er zeigte sich nach der Verhandlung zufrieden. „Vor Gericht wurde ganz klar festgestellt, dass wir nicht gegen die Verkehrssicherungspflicht verstoßen haben. Die Automatiktür habe funktionsgemäß geöffnet, die Verzögerung sei kein atypischer Mangel gewesen.“ Die Tür sei auch immer vorschriftsgemäß gewartet worden.

Video zeigt Unfall

Der Kläger hatte am 4. Juni vergangenen Jahres an der Schwarzenmoorstraße eingekauft. Er gehörte zu einer Rettungswagenbesatzung, die sich dort etwas zu essen besorgte. Als er das Geschäft durch die Automatiktür verlassen wollte, stieß er dabei so heftig mit dem Gesicht gegen einen der gläsernen Türflügel, dass er sich die Nase brach . Deshalb verklagte er den Supermarkt. Begründung: Die Tür habe nicht richtig funktioniert. Zudem machte er geltend, dass ihm möglicherweise der Verlust des Geruchssinns, drohe. Er befand sich zum Zeitpunkt des Unfalls nicht in einem Einsatz, so dass besondere Eile geboten wäre.

Bei der Verhandlung wurde das Video einer Kamera vorgespielt, die das Geschehen aufgenommen hatte. Es zeigt, wie der Kläger sich von der Kasse aus der Automatiktür nähert, die sich dann auch öffnet – allerdings bewegt sich der Mann zu schnell darauf zu, als dass er durch die noch nicht vollständig geöffnete Türöffnung hätte hindurchgehen können. Er war offenbar nicht durch den Blick auf ein Handy oder anderweitig abgelenkt.

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