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Vierjähriger Junge starb 2009 – Darmverschluss nicht erkannt

Klinik zahlt Schmerzensgeld

Herford (WB/kop). Nach einem tragischen Todesfall hat das Klinikum Herford gestern einem Vergleich zugestimmt. Demnach erhält ein Elternpaar aus Löhne nach einer früheren Zahlung in Höhe von 25.000 Euro weitere 17.250 Euro Schmerzensgeld.

Im Klinikum haben am Motnag kaufmännische und ärztliche Leitung zum tragischen Tod eines vierjährigen Jungen Stellung genommen. Zugleich wurde mitgeteilt, dass einem Vergleich zugestimmt wurde und ein weiteres Schmerzensgeld gezahlt wird. Foto: Moritz Winde

Der vierjährige Sohn des Paares war im Dezember 2009 in der Kinderklinik Herford verstorben, nachdem mehrere Ärztinnen einen Darmverschluss bei dem Kind nicht rechtzeitig erkannt hatten. Der Junge hatte starke Bauchschmerzen und Erbrechen. Der Kinderarzt riet der Mutter, Henrik im Krankenhaus behandeln zu lassen. Am 19. Dezember 2009 brachte die Arzthelferin ihren Sohn in die Kinderklinik. Nach Einschätzung dreier Ärztinnen litt der Vierjährige an einem Magen-Darm-Infekt. Der Laborbefund bestätigte diese Diagnose nicht.

Eine Infusion soll kurzfristig eine Linderung der Beschwerden bewirkt haben. Der Junge hatte dann aber weiter starke Schmerzen, erbrach laut Gutachten am Abend »Dunkelbraunes«. Erst am nächsten Morgen wurde eine Ultraschall-Untersuchung durchgeführt, die den Verdacht auf einen Darmverschluss nahelegte. Der Junge wurde notoperiert. Am späten Nachmittag des 20. Dezember verstarb er. Klinikvorstand Martin Eversmeyer und Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Weichert-Jacobsen räumten ein, dass die Ultraschall-Untersuchung zu spät erfolgt sei. Seither seien die Maßnahmen in diesen Fällen verstärkt worden.

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