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Nach dem Wechsel von Eckhart Klemens zu FDP

Kommentar: Wo sind die Schnittmengen?

Er galt schon lange als Querkopf in den eigenen Reihen: Jetzt hat Eckhart Klemens die Konsequenz gezogen und die SPD-Ratsfraktion verlassen. Noch hat Klemens sich öffentlich nur kurz zu seinem Wechsel in die FDP erklärt. Es dürfte ihm schwer fallen, diesen zu begründen.

Ralf Meistes

Unruhe in Herfords Politik: Er galt schon lange als Querkopf in den eigenen Reihen: Jetzt hat Eckhart Klemens die Konsequenz gezogen und die SPD-Ratsfraktion verlassen. Foto: Jan Gruhn

Natürlich war Klemens verärgert, weil er trotz einer Absprache in der SPD-Fraktion nicht zum stellvertretenden Bauausschussvorsitzenden wurde. Das lag jedoch nicht am Willen der SPD-Fraktion, sondern am Nein des Genossen Udo Freyberg, der seinen Posten nicht räumen wollte und auch nicht dazu gezwungen werden konnte.

Auch machte Klemens sich in der Vergangenheit mehrfach für seinen SPD-Parteikollegen Martin Wolf stark, der unter anderem aufgrund persönlicher Äußerungen bei Bürgermeister Tim Kähler in Ungnade gefallen ist.

Manchmal Respekt, manchmal auch Kopfschütteln

Vor allem im Bauausschuss bildete sich Klemens des Öfteren seine eigene Meinung und tat sie, unabhängig davon, was der Rest seiner Fraktion darüber dachte, auch kund. Für dieses Vorgehen erntete er manchmal Respekt, manchmal auch Kopfschütteln – in den eigenen Reihen sowie beim politischen Gegner.

Der Frust über den Widerstand in den eigenen Reihen, die Nichtberücksichtigung bei der Vergabe von Posten, muss bei Klemens so groß gewesen sein, dass er der SPD nun endgültig den Rücken kehrt. Sein Geheimnis ist es bislang geblieben, was ihn ausgerechnet zur FDP geführt hat. Denn hier waren in der Vergangenheit keine Berührungspunkte zu erkennen.

FDP wird zur Fraktion

Klar, Klemens verhilft der FDP, indem er sein über die Liste gewonnenes Mandat behält, zum Fraktionsstatus im Herforder Stadtrat. Für diesen Dienst werden sich auch die Liberalen erkenntlich zeigen. Aber gerade Klemens hat in der Vergangenheit Mauscheleien und geheime Absprachen kritisiert, ganz gleich, ob er sie in der SPD, beim politischen Gegner oder innerhalb der Verwaltungsarbeit vermutete.

Und so einer, der eher dem linken Spektrum der Sozialdemokratie zugeordnet wurde, wird über Nacht ein FDP-Mitglied. Das bedarf der Erläuterung und die sollte Klemens schleunigst liefern.

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