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IAB-Betriebsausschuss: mehrere Millionen Euro Nachschlag für die 4. Reinigungsstufe

Kostenexplosion im Klärwerk

Herford (WB). Die geplante Errichtung einer 4. Reinigungsstufe im Herforder Klärwerk wird voraussichtlich mehrere Millionen Euro teurer als ursprünglich geschätzt. Im nichtöffentlichen Teil seiner Sitzung am Dienstag, 19. September, wird sich der Betriebsausschuss des städtischen Immobilien- und Abwasserbetriebs (IAB) mit dem Thema befassen. Genaue Zahlen wollte Gerhard Altemeier auf Anfrage nicht nennen. Der Technische Betriebsleiter der IAB-Sparte Abwasser sagte lediglich: »Es zeichnen sich 30 bis 40 Prozent Mehrkosten ab.«

Peter Schelberg

Auf dem Klärwerk-Gelände an der Goebenstraße soll die 4. Reinigungsstufe errichtet werden. Foto: Peter Schelberg

Der Rat hatte der Abwasser GmbH am 9. Dezember 2016 grünes Licht für den Bau der Reinigungseinheit an der Goebenstraße gegeben. Mit dieser sollen Mikro-Spurenstoffe aus dem Abwasser gefiltert werden. Die gelangen trotz Reinigung des Schmutzwassers in Kläranlagen zurzeit noch in die Gewässer. Ziel ist, mit der zusätzlichen Reinigungsstufe die Belastung durch Medikamentenreste, Röntgenkontrastmittel, Haushaltschemikalien, Biozide und von der Industrie eingesetzte Stoffe deutlich zu verringern.

In der Dezember-Ratsvorlage hieß es, die Gesamtinvestitionssumme für die geplante Pulveraktivkohleanlage auf der alten Kläranlagenseite belaufe sich nach damaligem Kenntnisstand auf vier bis sechs Millionen Euro. Nach Informationen dieser Zeitung rechnet die Verwaltung inzwischen allerdings mit Gesamtkosten in einer Größenordnung von zehn Millionen Euro.

Der Rat war seinerzeit davon ausgegangen, dass sich die finanziellen Auswirkungen in Form von Abschreibungen und Verzinsungen in einer vertretbaren Größenordnung bewegen würden – vor dem Hintergrund, dass das Land eine Förderung in Aussicht gestellt hatte, die voraussichtlich 70 Prozent betragen würde. Der IAB sollte deshalb einen entsprechenden Förderantrag stellen.

Klärwerk-Chef Altemeier verwies darauf, dass Ende 2016 zunächst nur eine grobe Kostenschätzung vorgelegen habe: »Inzwischen haben wir eine detaillierte Berechnung.« Die Spezifikation der neuen Anlage sei aufgrund der sehr engen Platzverhältnisse und der Zweiteilung des Klärwerk-Geländes an der Goebenstraße »sehr kostentreibend«, betonte er. So müssten Abwässer von der einen auf die andere Straßenseite gepumpt, dort behandelt und wieder zurückgepumpt werden.

Die Genehmigungsplanung für die 4. Reinigungsstufe liegt der Bezirksregierung vor. Altemeier: »Wenn die Genehmigung erteilt wird, wollen wir die Arbeiten 2018 ausschreiben. Im Herbst 2019 soll die Anlage in Betrieb gehen.«

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