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Oratorisches Singspiel über das Leben der Elisabeth von der Pfalz

Lennon und McCartney im Barock-Gewand

Herford (WB). Die Marienkirche wird am Sonntag, 1. Juli, Schauplatz einer Uraufführung. Autor Ecki Stieg und Komponist George Kochbeck haben aus Anlass des 400. Geburtstags der Elisabeth von der Pfalz ein Werk geschrieben, das mit Musik, Text und Videoinstallationen die Geschichte der Tochter des Winterkönigs erzählt. Beginn: 19 Uhr.

Ruth Matthes

Michael Girke, George Kochbeck und Ecki Stieg (von links) laden Musikfreunde zu einem oratorischen Singspiel über Elisabeth von der Pfalz ein, deren 400. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird. Foto: Ruth Matthes

Für Ecki Stieg und George Kochbeck, die bereits mit der Aufführung des »Luther-Codes« auf dem Stiftberg gastierten, war die Idee der Frauengeschichtsgruppe, zum Jubiläum der Äbtissin und Philosophin eine Art Oper zu schaffen, eine große Herausforderung. »Bei Luther konnten wir beim Publikum einiges an Vorwissen voraussetzen, bei Elisabeth ist das anders«, erklärt Stieg. Mit Hilfe von Michael Girke, der auch Kurator der Ausstellung »Klug und flammend« im Pöppelmann-Haus ist, sei es ihm jedoch gelungen, die faszinierende Frauenpersönlichkeit so darzustellen, dass auch jemand, der nichts über sie und ihre Zeit wisse, dem Stück folgen könne.

Vom Kind bis zur Äbtissin

Girke hat vor allem an den Textpassagen mitgewirkt, in denen es um den Briefwechsel Elisabeths mit dem Philosophen Descartes geht. Sie werden auszugsweise von zwei Schauspielern in barocken Film-Kostümen vorgetragen. Thematisiert wird sowohl die Kindheit Elisabeths, die von Flucht und Krieg geprägt war, als auch ihre Zeit in Den Haag (ab 1627) und die Herforder Jahre (1661 bis 1680). Um die Informationen gut verständlich zu vermitteln, fungiert Stieg als Erzähler.

Wie beim Luther-Code bewegt sich Kochbeck bei seinem neuen Werk »Von den Leidenschaften der Seele – Die Geschichte der Tochter des Winterkönigs« im Bereich des Crossover zwischen Klassik, Rock und Jazz. Er selbst spricht von einem oratorischen Singspiel für Kammerorchester, Band und Solisten. Der christliche Hintergrund, der Wechsel von Einstimmig- und Mehrstimmigkeit sprechen für das Oratorium, ein Singspiel ist es, weil Elisabeths Leben sowohl in Liedern als auch in Szenen dargestellt wird. Es erklingen Streicher, Gambe, Laute und Barockgitarre ebenso wie Keyboards und Schlagwerk. Klassisch ausgebildete Musiker spielen rockige Rhythmen, Sängerin Felicitas Breest wechselt zwischen Opern- und Rockgesang. »Es ist nichts für Puristen, sondern ein musikalisches Abenteuer, eine Melange barocker und moderner Musik«, sagt Kochbeck.

Videoeinspielungen

Ein Teil der Musik wie auch der Videoeinspielungen stammen aus historischen Film-Dokumentationen, die Kochbeck vertont hat. Außerdem sind Choräle und alte Kinderlieder integriert sowie Songs von Lennon, McCartney oder James Brown, die im Barockgewand erklingen. Karten für das Stück, das von Mariengemeinde, Kirchenkreis und anderen Sponsoren finanziert wurde, sind beim HERFORDER KREISBLATT und den Buchhandlung Otto, Auslese und Mayersche erhältlich.

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