1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Herford
  6. >
  7. Licht und Schatten im Reich der Mitte

  8. >

20 Jugendliche von vier Schulen lernen die verschiedenen Seiten Chinas kennen

Licht und Schatten im Reich der Mitte

Herford (WB). Eine Erfahrung machte die Herforder Reisegruppe immer wieder: In China ist alles viel größer als in Deutschland. 20 Schülerinnen und Schüler verschiedener Schulen aus der Hansestadt verbrachten im August zwei Wochen in der Volksrepublik. Jetzt stellten sie ihre Eindrücke vor.

Raphael Steffen

Mit einer Vielzahl von Eindrücken im Rucksack traten die 20 Jugendlichen, die jetzt für zwei Wochen die chinesische Stadt Changzou besucht haben, die Heimreise nach Herford an. Foto:

Die Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren lebten zwischen dem 15. und 30. August in Changzou, außerdem unternahmen sie Ausflüge nach Schanghai und Nanjing. Möglich wurde der Austausch, der von der Herforder China-Gesellschaft unter Christoph Zabe-Brechtel organisiert wurde, durch das Sponsoring des heimischen Unternehmers Heiner Wemhöner.

Teilnehmer aus drei Gymnasien und der Gesamtschule

Das Neue an diesem speziellen Schüleraustausch: Es waren Angehörige aller drei Herforder Gymnasien und der Gesamtschule Friedenstal dabei. Zabe-Brechtel war das nach eigener Aussage besonders wichtig, um die früher bestehenden Ressentiments zwischen den Schulen weiter abzubauen. Elf Wochen lang trafen sich die Teilnehmer vorab in der ehemaligen Hauptschule Meierfeld, wo sie He Zheng, Mitglied der China-Gesellschaft, auf die Zeit in Fernost vorbereitete.

Sprung in die weite Welt

Der Sprung in die weite Welt erforderte Aufgeschlossenheit, Mut und eigenständiges Engagement. Nicht wenige hatten bereits Vorkenntnisse über China gesammelt. »Ich habe privat Freunde dort und interessiere mich sehr für die asiatische Kultur«, sagte etwa Gesa Schrader, Schülerin am Königin-Mathilde-Gymnasium (KMG). Auch Leonie Mensching – sie besucht das Ravensberger – hat ein Faible für alles Chinesische und die Sprache bereits in der Schule gelernt. Nathalie Düning wiederum, ebenfalls vom KMG, hat eine persönliche Beziehung in die Region: »Meine Mutter ist Thailänderin. Jetzt wollte ich auch mal andere Länder in Asien kennenlernen.«

Überwältigt von der Skyline Shanghais

Schon bei der Ankunft am Flughafen von Schanghai seien sie von der Skyline der Metropole überwältigt gewesen, sagten die jungen Leute. Übereinstimmend berichteten sie, die Ausmaße der Gebäude, Straßen und Parks seien mit denen Europas nicht zu vergleichen. Von den Menschen gewannen die meisten einen positiven Eindruck: »Sie waren alle sehr höflich und gastfreundlich«, erklärte etwa Nathalie Düning.

Aber auch die unangenehmen Seiten der kommunistischen Diktatur blieben den Reisenden nicht verborgen – der krasse Gegensatz zwischen Stadt und Land etwa, die Smog-Problematik in den Großstädten oder die allgegenwärtige staatliche Überwachung. Von den Protesten, die zeitgleich in Hongkong stattfanden, erfuhren sie erst nach ihrer Rückkehr.

Bei Gastfamilien gelebt

Die jungen Herforder besuchten die Benniu-Oberschule in Changzou und lebten bei Gastfamilien, deren gleichaltrige Kinder im nächsten Jahr nach Deutschland kommen sollen. In zwei Jahren soll dann die nächste Gruppe aus Herford nach China aufbrechen – dann gerne auch mit Real- oder Hauptschülern in ihren Reihen.

Startseite