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Nach den ersten Tagen ziehen die Herforder Schulen eine durchwachsene Bilanz

„Masken-Unterricht“ ist beschwerlich

Herford (WB). Seit dem Schulbeginn nach den Ferien gilt ab Klasse 5 bis Monatsende eine Maskenpflicht. Ist das praktikabel? Diese Zeitung hat sich umgehört.

Bernd Bexte und Stephan Rechlin

Seit vergangenem Mittwoch gilt die Maskenpflicht auch in den Klassenräumen. Die Schulen gestalten kleine „Atempausen“. Foto: dpa

Die Otto-Hahn-Realschule zieht nach den ersten Tagen „Masken-Unterricht“ eine überwiegend positive Bilanz. „Klar, das ist schon anstrengend, gerade bei Hitze“, sagt Schulleiter Karsten Heumann. Aber die Schüler seien diszipliniert und hielten sich zumeist an die Vorschriften. „Natürlich müssen wir den einen oder anderen mal ermahnen, aber unter den gegebenen Umständen läuft es gut.“

Lehrer als Vorbild

Er selbst sowie seine gut 40 Kolleginnen und Kollegen trügen ebenfalls im Unterricht einen Mund-Nase-Schutz, obwohl das für Lehrkräfte nicht verpflichtend ist, wenn sie einen Mindestabstand von 1,50 Metern zu den Schülern einhalten. „Wir haben aber sehr kleine Klassenräume, da ist der Abstand zur ersten Reihe oft geringer“, sagt Heumann. Deshalb die Maske. „Schließlich wollen wir ja auch ein gutes Vorbild sein.“ Mittlerweile trügen die Lehrer sie aber meistens auch außerhalb des Unterrichts, etwa im Lehrerzimmer.

Um die Schüler zu entlasten, hat die Realschule, wie angekündigt, regelmäßige „Atempausen“ eingerichtet: „Pro Doppelstunde geht eine Klasse zehn Minuten an die frische Luft in bestimmte vorgeschriebene Bereiche, um durchzuschnaufen.“ Ab und zu würden dann auch ein paar sportliche Übungen gemacht.

Disziplin in den Bussen

Die Gesamtschule Friedenstal setzt ebenfalls auf „Atempausen“. „Wir unterrichten in Blöcken mit zweimal 60 Minuten. Innerhalb dieser Zeit gehen die Schüler mit dem Lehrer für zehn Minuten nach draußen“, sagt Schulleiter Frank Braksiek. Unter Wahrung des Abstandes könnten sie dann die Masken abnehmen. Das sei dann auch in den Pausen möglich.

„Wir haben für jede Jahrgangsstufe einen bestimmten Bereich, so dass es da nicht zu einer Durchmischung kommt.“ Auch in den Schulbussen hielten sich die Schüler offensichtlich an die Regeln. „Ich habe mir das selbst angeschaut. Wenn sie hier ankommen, haben alle eine Maske auf.“

Zu Hause vorbereitet

Auch die meisten Lehrkräfte des Ravensberger Gymnasiums tragen im Unterricht eine Maske. „Außer bei den Fremdsprachen, weil da die Aussprache sehr wichtig ist“, sagt Schulleiterin Rita Klötzer. Insbesondere für die neuen Fünftklässler sei die Situation schwierig. „Sie sehen ihre Lehrer nicht richtig, und die wiederum nicht ihre neuen Schüler.“ Mit individuell gestalteten „Atempausen“ wolle man der Herausforderung begegnen. „Es wird auch ständig stoßgelüftet.“ Die Schüler seien aber offenbar von zu Hause gut auf die Situation vorbereitet worden.

Die Hitze der ersten Schultage habe den Unterricht mit Maske zusätzlich erschwert, sagt Marie-Theres Brinkmann, Leiterin der Geschwister-Scholl-Realschule. Darauf habe die Schule mit Hitzefrei und viel Außenunterricht reagiert: „Bei aller Belastung überwiegt die Freude, endlich wieder gemeinsam miteinander lernen zu können.“ Das gelte für beide, Schüler und Lehrer. Sämtliche Lehrer seien einsatzbereit.

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