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Langjähriger Herforder Kämmerer Manfred Schürkamp ist tot

Mister Hanse stirbt mit 74 Jahren

Herford

Als „Mister Hanse“ war er vielen Herfordern bekannt: Am 19. August ist der ehemalige Kämmerer Manfred Schürkamp im Alter von 74 Jahren verstorben.

Der ehemalige Kämmerer der Stadt Herford, Manfred Schürkamp, ist im Alter von 74 Jahren verstorben. Foto: Moritz Winde

Fünf Jahrzehnte  hat er im Dienst der Stadt  Herford gestanden, über viele Jahre an verantwortlicher Position.

Als der gebürtige Herforder 2015 in den Ruhestand verabschiedet worden ist, war er nicht nur Kämmerer der Stadt, sondern er galt als starker Mann in der Verwaltung, der die Fäden in der Hand hielt.

Zusammen mit dem im April verstorbenen Detlef Jeretzky führte  Schürkamp die Geschäfte der städtischen Holding Herforder Versorgungs- und Verkehrsbeteiligungs GmbH (HVV) und hatte damit maßgeblichen Einfluss  auf die Entwicklung der städtischen Tochtergesellschaften.

"Er war als Chef sehr hilfsbereit, aber auch sehr fordernd",  sagt der  ehemalige Ordnungsamtsleiter Lothar Sobek (67), der über Jahrzehnte  mit Schürkamp in der Verwaltung zusammengearbeitet hat. "Er hat mir mal erzählt, dass er ursprünglich zur See fahren wollte, seine Eltern das aber nicht erlaubt hätten. Vielleicht rührte daher auch  sein Engagement für die Internationale Hanse",  berichtet Sobek.

Die Stadt Herford ist Gründungsmitglied des 1980 gegründeten internationalen Städtebundes der Hanse. Der jetzt Verstorbene war über viele Jahre Präsidiumsmitglied der Internationalen Hanse und Geschäftsführer des Westfälischen Hansebundes. Manfred Schürkamp organisierte die  Hansefahrten und sorgte  dafür, dass bei den Internationalen Hansetagen von den Niederlanden bis nach Russland  die Herforder Delegation stets stark vertreten war.

Sein persönliches Highlight in dem Zusammenhang war die Ausrichtung der Internationalen Hansetage 2013 in Herford. Das mehrtägige Fest  mit Mittelaltermarkt,  Konzerten und  Straßenkunst ist vielen Herfordern noch in  guter Erinnerung.

Manfred Schürkamp begann seine Laufbahn bei der Stadt Herford nach dem Realschul-Abschluss mit einem zweijährigen Verwaltungspraktikum. Anschließend wurde er in die Ausbildung für den gehobenen Dienst übernommen. 1976 wurde Schürkamp  zum Ausbildungsleiter der Stadt ernannt und 1987 führte sein Weg in den höheren Verwaltungsdienst.

Seit 2002 war er allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters sowie Kämmerer, darüber  hinaus fungierte er als Geschäftsführer des Verkehrsvereins. "Am Kommunalen Studieninstitut in Anklam in Mecklenburg-Vorpommern hat er außerdem junge Leute ausgebildet", erinnert sich Lothar Sobek.

Er sei ein humorvoller Mensch gewesen und als Chef selten schlecht gelaunt. "Und wenn man  mit ihm etwas vereinbart hatte, konnte man sich darauf verlassen, dass es auch so kommt", sagt Sobek. Manfred Schürkamp hat sich um die  Stadt Herford verdient gemacht.

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