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SWK setzt neue Fahrzeuge zur Abfallentsorgung ein – Risiken sollen minimiert werden

Mit dem „Müll-Mini“ in kleinste Gassen

Herford (WB). Der „Fuso Canter“ ist deutlich kürzer und schmaler als die übrigen zehn Müllsammel-Lkw der SWK. Ab Januar soll das so genannte „Mini-Fahrzeug“ auch in kleineren Sackgassen Herfords Abfalltonnen direkt am Haus leeren – mit einem Sicherheitsplus.

Peter Schelberg

Uwe Friedrich, Bereichsleiter Abfallbeseitigung und Straßenreinigung, stellte dass neue Minifahrzeug der SWK vor. Der „Fuso Canter“ ist nur 6,90 Meter lang und 2,05 Meter breit und kann auch in kleinen Sackgassen eingesetzt werden. Foto:

Denn bislang waren dafür oft riskante Rückwärtsfahrmanöver erforderlich – in den kleinen Gässchen konnten die Müllwerker nicht wenden und mussten daher mühsam und mit äußerster Vorsicht rangieren, um erst den Abfall abzuholen und dann wieder auf die Hauptstraße zu gelangen.

Gefahren beim Rückwärtsfahren

Ein zuweilen lebensgefährliches Unterfangen: „Durch rückwärtsfahrende Müllautos sterben deutschlandweit jährlich zwei bis drei Menschen“, verdeutlicht SWK-Geschäftsführer Wolfgang Rullkötter die Situation. Solche Unfälle sollen in Herford verhindert werden. Rullkötter will aber auch seine Mitarbeiter schützen: „Wenn beim Rückwärtsfahren etwas passiert, steht unser Fahrer mit einem Bein im Knast.“

Wegen der großen Unfallgefahr beim Rückwärtsfahren hatte zuletzt vor allem die Berufsgenossenschaft bundesweit Druck gemacht: Rückwärtsfahrten sollte es möglichst nicht mehr geben. „Dann hätten wir aber mit unseren Fahrzeugen 20 Prozent der Haushalte nicht mehr bedienen können“, zeigt Rullkötter die Problematik auf.

Mini-Fahrzeug als Lösung

Wenn jedoch die Grundstücke nicht mehr direkt hätten angefahren werden dürfen, hätten Hauseigentümer und Mieter ihre Mülltonnen zu einem Sammelplatz in der Nähe rollen müssen. „Jetzt können wir das Mini-Fahrzeug als Lösung anbieten“, freut sich Rullkötter: „Denn wir wollten die Auswirkungen auf die Bürger so gering wie möglich halten.“ Der neue Klein-Lkw verursacht allerdings zwangsläufig höhere Kosten: „Weil er aufgrund seiner geringeren Größe nicht soviel Müll aufnehmen kann, müssen wir doppelt so oft zum Abladen fahren“, sagt der SWK-Chef.

Gerade noch rechtzeitig vor dem Jahresende ausgeliefert

Zudem musste für den neuen „Mini“ eine spezielle Tourenplanung erstellt werden. Weil das Fahrzeug nur bestimmte Straßen anfährt, „ist quasi der Weg von Tonne zu Tonne weiter“, sagt Rullkötter. Die Touren sind im neuen Abfallkalender vermerkt, der bereits im September gedruckt wurde und online abrufbar ist. Zu diesem Zeitpunkt war das Fahrzeug aber noch nicht ausgeliefert: „Wir haben deshalb drei Kreuze geschlagen, als es jetzt kurz vor Weihnachten endlich auf dem Betriebshof stand – gerade noch rechtzeitig“, sagt Bereichsleiter Uwe Friedrich.

Neu angeschafft wurde auch ein Müllfahrzeug mit niedrigem Einstieg, bei dem der Fahrer nicht mehr drei Trittstufen emporklettern muss, um wieder hinter dem Lenkrad Platz nehmen zu können. Etwa 210.00o Euro waren für diesen MB Econic fällig: „Das ist eine große Arbeitserleichterung für die Fahrer, die manchmal bei jeder zweiten Mülltonne aussteigen müssen“, erläutert Rullkötter.

Die Müllfahrzeugflotte der SWK

Die Fahrzeugflotte der SWK für die Abfallbeseitigung umfasst vier Typen: Das Standard-Müllfahrzeug (MAN TGS) ist ein 10,25 Meter langer und 2,55 Meter breiter Dreiachser mit 22-Kubikmeter-Aufbau und knapp 9,8 Tonnen Nutzlast. Seit Sommer verfügt die SWK zudem über ein 210.000 Euro teures Müllfahrzeug mit niedrigem Einstieg – ebenfalls ein Dreiachser: Der MB Econic ist 10,15 Meter lang und ebenfalls 2,55 Meter breit, hat ein Aufbauvolumen von 21 Kubikmetern und eine Nutzlast von 10,5 Tonnen.

Für die Müllabfuhr in Sackgassen gab es bereits ein Sackgassenfahrzeug MAN TGM (acht Kubikmeter Aufbauvolumen und 5,9 Tonnen Nutzlast). 7,2 Meter Länge und 2,26 Meter Breite setzen aber dem Einsatzbereich Grenzen. Die Lösung für besonders enge Sackgassen soll nun das Mini-Fahrzeug (Kosten: etwa 140.000 Euro) bieten, das im Januar im Müllabfuhrbetrieb startet. Es verfügt über ein Aufbauvolumen von sieben Kubikmetern und eine Nutzlast von 2640 Kilogramm.

Acht der elf Sammelfahrzeuge sind täglich im Einsatz, um bis zu 1300 Müllbehälter zu leeren. Insgesamt 34.000 Haushalte stehen auf der Tourenliste der 22 Mitarbeiter.

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