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Projekt Wünschemobil ist im Kreis Herford gestartet – Ausflüge für Schwerstkranke werden organisiert

Noch einmal zu einem „Herzensort“

Herford

Die alten Zeiten, in denen das Wünschen noch geholfen hat, sind zurück. Zumindest dann, wenn das neue Hilfsprojekt „Widu-Wünschemobil“ im Kreis Herford sie erfüllen kann.

Für das Wünschemobil haben sich viele Menschen engagiert. Darüber freuen sich (von rechts) Hartmut Golücke (stellvertretender Landrat), Nadja Will (Projektleiterin), Ernoe Mehnert (Internist), Tobias Nienaber (Leiter der Rettungswache Spenge), Philipp Bicknese (Leiter der Rettungswache Vlotho), Ella Nitsche (Referentin des Landrats), Karin Hensel und Holger Kasfeld (Geschäftsführer der Hospiz Herford gGmbH). Foto: Kreis Herford

Im Juni begann die Aktion der Hospiz Herford gGmbH – einer Tochtergesellschaft des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis Vlotho und dem Evangelischen Kirchenkreis Herford – mit der ersten Wunschfahrt. Sie bringt Menschen am Ende ihres Lebens noch einmal zu ihrem Herzensort.

„Für manche schwerstkranke und sterbende Menschen sind selbst kleine, aber ersehnte Ausflüge oftmals unmöglich“, sagt Nadja Will. Die ausgebildete Anästhesieschwester und Projektleiterin der Initiative „Widu-Wünschemobil“ weiß, wovon sie spricht. Und erinnert sich an eine Begebenheit vor zwei Jahren, die sie auf die Idee zu der Initiative brachte: „Eine schwerkranke Intensivpatientin hatte den sehnlichen Wunsch, den Geburtstag ihres Sohnes miterleben zu können. Und das haben wir organisiert“. Mitfahren darf, wer noch transportfähig ist.

Nicht nur für Kerstin Hensel, Vorstand im Diakonischen Werk, und Pfarrer Holger Kasfeld geht mit dem Projekt ein Herzenswunsch in Erfüllung, sondern auch für Landrat Jürgen Müller: „Das Wünschemobil ist in vielerlei Hinsicht sehr bedeutsam. Zuerst ist es wunderbar, am Ende eines Lebens noch an Wünsche zu denken und sie umsetzen zu können. Ein Lächeln ins Gesicht gezaubert zu bekommen. Und dieses Lächeln auch zu sehen, im Gesicht des Menschen, der bald geht.“

Nadja Will sagt: „Es geht immer darum, diese Momente die wir auf Erden haben, mit Lebensqualität, Frieden und vor allem Seligkeit zu verbringen. Dafür steht dieses Projekt mit all seiner Herzlichkeit zum Detail. Wenn jeder nur ein wenig gibt, kann für den einzelnen Großes entstehen – ein Moment der bleibt und verbindet. Ein Gefühl der Fürsorge und das Schaffen von Möglichkeiten schenkt dem Wünschenden Geborgenheit und Nächstenliebe für den letzten Weg.“

Ernoe Mehnert freut sich mit ganzem Herzen darauf, sich für das Hilfsprojekt zu engagieren. „Ich darf als begleitender und beratender Mediziner mitwirken. Es ist mir ein Anliegen, letzte Herzenswünsche von Schwerkranken und Sterbenden mit erfüllen zu können und wahr werden zu lassen. In meinem Verständnis ist gerade in der heutigen Schulmedizin ein wertvoller Aufgabenbereich, den menschlichen Aspekt stärker einzubinden“, erklärt der Internist und Allgemeinmediziner.

Möglich wurde das Projekt durch eine Anschubförderung der Stiftung mit Zukunft und durch die Möglichkeit, bis zum Erwerb eines speziellen Transportfahrzeuges, die Ersatzfahrzeuge des Rettungsdienstes des Kreises Herford für Wunschfahrten im Rahmen einer Kooperation nutzen zu können. Die beiden Leiter der Rettungswachen Vlotho und Spenge, Philipp Bicknese und Tobias Nienaber, koordinieren die Rettungsfahrzeuge für die Fahrten.

„Ehrenamtliche Mitarbeiter sind uns willkommen“, versichert Nadja Will. Was diese mitbringen müssen? „Einfühlsamkeit und die Fähigkeit, einen Menschen zu begleiten“, sagt die Projektleiterin. Erreichbar ist sie per E-Mail: n.will@widu-wuenschemobil.de oder unter 0175/2677957.

Damit der Traum vom eigenen „WiDu-Wünschemobil“ wahr wird, ist das Hilfsprojekt auf Spenden angewiesen. Spendenkonto: Hospiz Herford gGmbH, IBAN: DE93 4945 0120 0000 0290 90 bei der Sparkasse Herford, Stichwort „Widu-Wünschemobil“.

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