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Haushaltsausschuss des Bundestages bewilligt 32,3 Millionen Euro für Herforder Projekt

OWL-Forum: Förderzusage aus Berlin

Herford (WB/pjs). Das geplante »OWL-Forum« hat eine erste hohe Hürde genommen: Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat am Donnerstag die Förderung des Projekts in Herford beschlossen. Er bewilligte damit Fördermittel in Höhe von 32,3 Millionen Euro.

Als Standort für das geplante OWL-Forum war zunächst das Güterbahnhof-Gelände vorgesehen. Der Rat hat sich bislang aber nicht auf einen Standort festgelegt. Für die Realisierung des Projekts wird ein Zeitraum von vier bis fünf Jahren angenommen. Foto: Moritz Winde

Dies teilte der SPD-Bundestagsabgeordneter Stefan Schwartze mit. Bereits im Juni hatten erste Gespräche zwischen Bürgermeister Tim Kähler und Schwartze sowie dem Bundestagsabgeordneten Johannes Kahrs stattgefunden. Um die veranschlagten Gesamtkosten in Höhe von circa 97 Millionen Euro stemmen zu können, sollten sich – so das Ziel – der Bund und das Land NRW an den Kosten beteiligen.

Mit dem Beschluss in der Bereinigungssitzung erfüllt der Bundestag nun seinen Teil der erhofften Förderung. »Ich hoffe, dass jetzt auch das Land NRW seinen finanziellen Teil für dieses richtungsweisende und unterstützungswürdige Projekt leistet«, erklärte Schwartze.

»Ich freue mich riesig darüber, dass die Große Koalition in Berlin das möglich macht«, sagte Bürgermeister Kähler, der Schwartze und Kahrs für deren Einsatz dankte: »Das ist ein guter Tag für Herford. Wir haben jetzt die Möglichkeit, weiter an einer Riesenchance zu arbeiten.«

Kulturelles Veranstaltungszentrum

Das OWL-Forum soll ein kulturelles Veranstaltungszentrum mit den Hauptnutzern Nordwestdeutsche Philharmonie (NWD) und Theater werden, das durch ein vielfältiges und flexibles Raumangebot mit moderner Ausstattung und gehobenem Ambiente außerdem Nutzungsmöglichkeiten als Tagungsstätte und für Live-Entertainment in Form von Comedy, Kabarett und Konzert etc. bietet. Darüber hinaus soll das Forum auch für bürgerschaftliche Veranstaltungen geöffnet werden.

Konzertsaal für 1000, Theater für 600 Besucher

Angelehnt an die Bedarfe von NWD und Theater soll das OWL-Forum mit einem Konzertsaal für 1.000 Personen mit bestmöglicher Akustik sowie einem 600 Besucher fassenden Theatersaal ausgestattet werden. Des Weiteren sehen die Planungen einen Probensaal für die NWD, eine Studiobühne, einen großzügigen Backstage-Bereich, Neben- und Verwaltungsräume sowie die Infrastruktur für einen modernen Orchestersitz und die Theaterverwaltung vor.

Als nationales Modellprojekt geplant

Um diese Anforderungen zu erfüllen, wird eine Fläche von 12.310 Quadratmetern benötigt. Zusätzlich ist eine Tiefgarage mit 240 Stellplätzen in den Planungen berücksichtigt. Das Bauvorhaben soll als Best-Practice-Beispiel für aktiven Klimaschutz und eine bessere Finanzierbarkeit von Kultureinrichtungen durch energetische Optimierung dienen und so  zum nationalen Modellprojekt werden.

Auszeichnen soll sich das OWL-Forum durch eine außergewöhnliche Architektur, modernste technische Lösungen, die eine multifunktionale und flexible Nutzung ermöglichen, sowie ein anspruchsvolles energiewirtschaftliches Konzept. Der Neubau – aktuell gehen die Beteiligten von einer möglichen Eröffnung im Jahr 2025 aus – soll in nachhaltiger Bauweise konstruiert werden, um dem ökologischen und energetischen Anspruch Rechnung zu tragen. Dies könne unter anderem durch Holzbaustrukturen, Photovoltaik-Fassade oder eine hohe Recycling-Quote erreicht werden, heißt es.

Kommentar

Ob im Rathaus am Donnerstag die Sektkorken geknallt haben, ist nicht bekannt. Grund dazu hätte Bürgermeister Tim Kähler allemal gehabt: Die Förderzusage über 32,3 Millionen Euro aus Berlin ist der erste wichtige Meilenstein auf dem Weg zum – im Rat nicht unumstrittenen – OWL-Forum.

Die eigentliche Nagelprobe aber wird sein, ob zeitnah auch das Land NRW seine Bereitschaft erklärt, bei der Realisierung des ambitionierten Projekts mitzuwirken. Denn wenn auch die Landesregierung einer Drittelförderung zustimmt, dann dürfte es dem Rat schwer fallen, den Bau des geplanten kulturellen Veranstaltungszentrums politisch noch zu blockieren.

Zu klären bleibt vorerst die Standortfrage, die nicht per Federstrich zu lösen sein wird. Offen ist auch, was mit dem maroden Theatergebäude passieren soll, für dessen Sanierung weitere 11 Millionen Euro veranschlagt worden sind. Und auch die künftigen Betriebskosten eines OWL-Forums dürften noch für Diskussionsstoff sorgen. Doch bis es soweit ist, bleibt festzuhalten: Das ist doch erst einmal eine gute Nachricht aus Berlin!Peter Schelberg

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