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CDU-Ratsherr Seeger: „Vielleicht finden wir einen Kompromiss“

OWL-Forum: Suche nach Konsens

Herford (WB). Bislang hatte sich die CDU in Herford klar gegen ein OWL-Forum ausgesprochen. Bei einem Treffen der Senioren-Union hat Ratsherr Werner Seeger jetzt aber die Tür für Gespräche einen Spaltbreit geöffnet. „Wir sind weiterhin der Auffassung, dass ein solches Projekt die Stadt finanziell nicht überfordern darf. Natürlich wäre es wünschenswert, dass eine so wichtige Entscheidung für unsere Stadt mit einer breiten Mehrheit im Rat getroffen wird“, sagte Seeger.

Ralf Meistes

Nach bisherigen Berechnungen würde die Sanierung des Stadttheaters 14 Millionen Euro kosten. Bei den Überlegungen für ein OWL Forum spielt auch der Theaterstandort plötzlich wieder eine Rolle.

Gespräch bei der Senioren Union

Anlass des Treffens mit der Senioren-Union der CDU war ein Gespräch mit dem Beigeordneten Dr. Peter Böhm, zu dem der Vorsitzende der Senioren-Union, Dieter Wiedemann, eingeladen hatte. In den vergangenen Monaten hatte die CDU die Linie vertreten, dass ein OWL-Forum zu teuer sei und die Stadt deshalb das Theater und den Schützenhof sanieren solle. Für ein OWL-Forum hatten sich SPD, Grüne, FDP, Bürger für Herford und Liste 2004 ausgesprochen. Umstritten ist unter den Befürwortern noch die Standortfrage.

Weitere Gutachten erforderlich

Beigeordneter Dr. Böhm wies auf die Ausgangssituation hin: Das Stadttheater und der Schützenhof sind sanierungsbedürftig. Die ermittelten Kosten für eine Sanierung lägen bei etwa 30 Millionen Euro. Für diese Summe könne die Stadt einen Neubau mit zwei Sälen errichten. Einen Saal mit 1000 Sitzplätzen, in dem die Nordwestdeutsche Philharmonie ihre Konzerte spielen könnte, und einen Theatersaal mit 600 Sitzplätzen. Vom Bund und vom Land würde die Stadt eine Fördersumme von jeweils 32,3 Millionen Euro, also 64,6 Millionen Euro erhalten. Bevor das Projekt startet, will die Stadt mit Hilfe von Gutachten noch etliche Fragen klären.

Janup-Standort könnte teuer werden

Drei Standorte kommen bislang für einen Neubau in Frage: am Güterbahnhof, am Janup oder auf dem Gelände, auf dem heute das Theater (samt Parkplatz) steht. Überrascht war Werner Seeger über Böhms Aussage, dass die Fläche für eine Bebauung am Theater sogar etwas größer sei als am Janup. „Zumal wir am Janup noch ein Gebäude kaufen müssten, das noch genutzt wird und für das es langfristige Mietverträge gibt“, gab der 1. Beigeordnete zu bedenken. Mit anderen Worten: Ein Kauf des Döring-Gebäudes am Janup (heute Expert-Döring, Action-Markt und Sanitätshaus Westerholt) könnte für die Stadt Herford richtig teuer werden.

Vor einem Start des Projektes müssten neben der Standortfrage noch weitere Fragen geklärt werden, so Böhm. „Es geht um Fragen des Schallschutzes, der Altlasten, der Verkehrsanbindung – all das müssen wir im Blick haben.“

Mögliche Folgekosten müssen dargestellt werden

Werner Seeger machte darauf aufmerksam, dass neben den reinen Baukosten für das OWL-Forum von etwa 100 Millionen Euro weitere Kosten auf die Stadt Herford zukommen. „Wir haben ein Theater, das zudem noch unter Denkmalschutz steht, in das wir laut Planung noch einmal 11 Millionen Euro stecken müssten“, verdeutlicht Seeger.

Vor diesem Hintergrund habe eine Lösung auf dem Areal des heutigen Theaters Charme. Dabei müsste allerdings das Theater aus der Denkmalliste gestrichen werden, denn für einen Neubau müsste das alte Gebäude abgerissen werden. Das Parkproblem könnte durch ein Parkhaus auf dem heutigen Parkplatz Hansastraße (schräg gegenüber der Agentur für Arbeit) gelöst werden. Hier könne ein Neubau an zentraler Stelle mit guter verkehrlicher Anbindung entstehen. „Selbstverständlich muss das genau überprüft werden“, machte das langjährige Ratsmitglied deutlich.

Mehrere Stimmen für Standort an der Hansastraße

Das Spannende daran: Ähnliche Überlegungen hatte bereits Herbert Even (Die Grünen) ins Spiel gebracht. Und selbst SPD-Fraktionschef Horst Heining hatte in Gesprächen deutlich gemacht, dass er eine intensive Prüfung des Standorts Hansastraße/Mindener Straße befürworten würde.

Neben den Baukosten müsse die Stadt die Folgekosten im Blick haben, fordert Seeger. Auch die Frage nach einem künftigen Betreiber des OWL-Forums müsse diskutiert werden. „Wir sehen doch heute schon im Marta-Café, welche Probleme wir da haben.“

Finanzielle Beteiligung des Kreises?

Mit Blick auf die Folgekosten erklärte Dr. Böhm: „Der Fördergeldgeber will die Betriebskostenplanung der nächsten 20 Jahre sehen.“ Es gab bereits Signale, dass sich auch der Kreis Herford am Betrieb des Leuchtturmprojektes finanziell beteiligen könnte.

Über die Kosten für diverse Gutachten zum OWL-Forum soll in der Ratssitzung im März entschieden werden.

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