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Verkehrsausschuss: Studie beleuchtet Situation in der Innenstadt

Parkplatz-Nachfrage steigt: Politik sucht Lösungen

Herford (WB). Wieviel Parkraum wird in Zukunft in der Herforder Innenstadt benötigt? Müssen mehr Parkplätze ausgewiesen werden – und wenn ja, wo und wieviele? Antworten auf Fragen wie diese muss die Politik finden. Einen ersten Vorgeschmack gab es jetzt im Verkehrsausschuss.

Peter Schelberg

Die vier Parkhäuser in Herford (hier die Einfahrt zum Parkhaus Altstadt) stellen mit insgesamt 1762 Parkplätzen fast die Hälfte aller Parkmöglichkeiten im Untersuchungsgebiet (Innenstadt und angrenzende Bereiche). Foto: Moritz Winde

Grundlegende Informationen über das Angebot an öffentlichen Parkplätzen und deren Auslastung bietet eine Parkraumuntersuchung, die Dr. Steffen Herrmann (Tiefbauabteilung) erarbeitet hat. Sie nimmt zugleich die zu erwartende Nachfrage bis 2035 in den Blick. Untersucht wurden die Innenstadt sowie angrenzende Bereiche, die für City-Besucher in Betracht kommen.

Prognose: Parkraum-Nachfrage steigt bis 2030 um 5 Prozent

Eine wesentliche Erkenntnis: Die Parkraumnachfrage wird zunehmen. Das leitet Herrmann aus der vorausberechneten Bevölkerungsentwicklung und der Prognose der Verkehrsentwicklung ab. Errechnet wurde eine Zunahme des Pkw-Verkehrs um 5 Prozent bis 2030 – entsprechend stiege auch die Parkraum-Nachfrage an.

Gleichzeitig führen Maßnahmen wie die Umgestaltung des Wilhelmsplatzes oder der Straße Unter den Linden zur Verknappung des Parkplatzangebots. Wird kein neuer Parkraum geschaffen, wäre eine zunehmende Anspannung der Situation bis 2035 die Folge.

Knapp 3700 Stellplätze im Bereich der Innenstadt

Im Untersuchungsgebiet gibt es knapp 3700 Stellplätze. Fast die Hälfte (48 Prozent) aller Parkmöglichkeiten stellen die vier großen Parkhäuser mit 1762 Plätzen. Mit 821 Plätzen machen die freien unbewirtschafteten Stellplatzflächen den zweitgrößten Anteil aus (etwa 22 Prozent). Räumlich sind diese kostenlosen Parkmöglichkeiten mit unbegrenzter Parkdauer jedoch fast ausschließlich im Randbereich des Untersuchungsgebiets zu finden. 753 (etwa 20 Prozent) aller Stellplätze werden mit Parkscheinautomaten bewirtschaftet.

Zu Spitzenzeiten (10 bis 11 Uhr) sind die registrierten 3674 Parkplätze zu 83 Prozent belegt. Herrmann präsentierte drei mögliche Szenarien: Werden bis 2030 keine neuen Parkplätze geschaffen, würde die Gesamtauslastung von heute 83 auf 91 Prozent in der Tages-Spitzenstunde steigen.

320 oder 640 neue Stellplätze?

Die Folge: mehr Parksuchverkehr über weite Teile des Tages. Um das heutige Qualitätsniveau auch 2030 halten zu können, müssten 320 neue Parkplätze geschaffen werden. Für das dritte Szenario (»Besser Parken in Herford«) müsste die Stadt hingegen mit der doppelten Anzahl – also 640 neuen Stellplätzen – Kapazitätsengpässen begegnen und könnte so auch in Tagesspitzenzeiten ein attraktiveres Angebot schaffen.

»Platz für ein neues Parkhaus müsste gefunden werden«

Der Ausschuss nahm die Studie zunächst zur Kenntnis, die Fraktionen wollen beraten. Vorsitzender Hans-Henning Warnecke (CDU) zog ein erstes Fazit: »Wenn wir ein gleichbleibendes Qualitätsniveau beim Parken erhalten wollen, müssen wir den Platz für ein neues Parkhaus finden – bei einer Verbesserung sogar für zwei Parkhäuser.«

Mehr Stellplätze in der Innenstadt zu schaffen, konterkariere Bemühungen, den Autoverkehr dort zu verringern, merkte Andreas Bertram (Grüne) an. Und Bernd Meyerarend (CDU) sieht in der Zersplitterung der Parkplatzsituation einen Grund für den starken Parksuchverkehr. Er riet, das Stellplatzangebot in Herford so zu gestalten, »dass man nicht mehr so viel herumfahren muss«.

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